Steu­er­hin­ter­zie­hung – und das Ruhen ihrer Ver­jäh­rung ab dem Eröff­nungs­be­schluss

Droht das Gesetz straf­schär­fend für beson­ders schwe­re Fäl­le Frei­heits­stra­fe von mehr als fünf Jah­ren an und ist das Haupt­ver­fah­ren vor dem Land­ge­richt eröff­net wor­den, so ruht die Ver­jäh­rung in den Fäl­len der Steu­er­hin­ter­zie­hung gemäß § 78b Abs. 4 StGB ab Eröff­nung des Haupt­ver­fah­rens, höchs­tens jedoch für einen Zeit­raum von fünf Jah­ren.

Steu­er­hin­ter­zie­hung – und das Ruhen ihrer Ver­jäh­rung ab dem Eröff­nungs­be­schluss

Eine ein­schrän­ken­de Aus­le­gung des § 78b Abs. 4 StGB dahin­ge­hend, dass er gegen sei­nen Wort­laut wegen der Ände­rung von § 376 AO auf Fäl­le der ein­fa­chen Steu­er­hin­ter­zie­hung kei­ne Anwen­dung mehr fin­den soll [1], hält der Bun­des­ge­richts­hof nicht für gebo­ten [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. Dezem­ber 2016 – 1 StR 185/​16

  1. vgl. Baumhöfener/​Madauß, NZWiSt 2017, 27, 28[]
  2. eben­so Bül­te in Hübschmann/​Hepp/​Spitaler, AO/​FGO, Stand Novem­ber 2013, § 376 AO Rn.198; Joecks in Joecks/​Jäger/​Randt, Steu­er­straf­recht, 8. Aufl., § 376 AO Rn. 98; Schauf in Kohl­mann, Steu­er­straf­recht, Stand Juni 2009, § 376 AO Rn. 174; vgl. auch BGH, Urteil vom 26.10.2016 – 1 StR 172/​16, NZWiSt 2017, 68; anders für die von § 376 Abs. 1 AO erfass­ten Fäl­le Mitsch, NZWiSt 2015, 8, 12; Mos­ba­cher, Steu­er­an­walt 2009/​2010, S. 131, 146[]