Steu­er­hin­ter­zie­hung – und das Halb­ein­künf­te­ver­fah­ren

Hin­sicht­lich hin­ter­zo­ge­ner Ein­kom­men­steu­er (ein­schließ­lich Soli­da­ri­täts­zu­schlag) besteht für den Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2008 kei­ne Not­wen­dig­keit für eine Reduk­ti­on des sich unter Anwen­dung des Halb­ein­künf­te­ver­fah­rens (§ 3 Nr. 40 EStG a.F.) 1 steu­er­recht­lich erge­ben­den Hin­ter­zie­hungs­be­trags für die Straf­zu­mes­sung.

Steu­er­hin­ter­zie­hung – und das Halb­ein­künf­te­ver­fah­ren

Da der Gesetz­ge­ber mit der für den hier frag­li­chen Ver­an­la­gungs­zeit­raum maß­geb­li­chen Absen­kung des Kör­per­schaft­steu­er­sat­zes bei der Gesell­schaft einer­seits sowie der Berück­sich­ti­gung ledig­lich des hälf­ti­gen Zuflus­ses ver­deck­ter Gewinn­aus­schüt­tun­gen bei dem Gesell­schaf­ter ande­rer­seits ohne­hin eine Anglei­chung der Belas­tung an ande­re Ein­kunfts­ar­ten ange­strebt hat 2 und vor­lie­gend das Land­ge­richt bereits bei den Besteue­rungs­grund­la­gen von den Ange­klag­ten güns­ti­gen Annah­men aus­ge­gan­gen ist, ergibt sich kein Bedarf einer Absen­kung des sich steu­er­recht­lich erge­ben­den Hin­ter­zie­hungs­um­fangs für die Straf­zu­mes­sung.

Bezüg­lich der Ver­an­la­gungs­zeit­räu­me ab 2009 ver­mag der Bun­des­ge­richts­hof ange­sichts der noch­mals geän­der­ten Steu­er­rechts­la­ge 3 schon grund­sätz­lich kei­ne Not­wen­dig­keit einer sol­chen Reduk­ti­on bei der Straf­zu­mes­sung zu erken­nen. Wird – wie vor­lie­gend – eine ver­deck­te Gewinn­aus­schüt­tung nicht der Kapi­tal­ertrags­steu­er unter­wor­fen (vgl. § 32d Abs. 1 Satz 1, § 43 Abs. 5 Satz 1 EStG), sind die Zuflüs­se als Ein­kom­men des Gesell­schaf­ters zu wer­ten und mit dem Steu­er­satz von 25% zu besteu­ern 4.

Eine mit ver­fas­sungs­recht­li­chen oder straf­recht­li­chen Grund­prin­zi­pi­en unver­ein­ba­re Dop­pel­be­las­tung ist bei einer an dem sich auf die­ser Grund­la­ge fest­ge­stell­ten Hin­ter­zie­hungs­um­fang aus­ge­rich­te­ten Straf­zu­mes­sung nicht gege­ben.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. Janu­ar 2018 – 1 StR 535/​17

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 20.12 2017 – 1 StR 464/​17, NStZ 2018, 345 f.[]
  2. BGH aaO[]
  3. vgl. dazu Mad­auß, NZWiSt 2013, 207, 210 f.[]
  4. sie­he Voßkuhl/​Klemke, DB 2012, 2248, 2250 mwN[]