Steu­er­hin­ter­zie­hung – und der Schuld­um­fang

Beim Straf­tat­be­stand der Steu­er­hin­ter­zie­hung lässt es den Schuld­spruch grund­sätz­lich unbe­rührt, wenn ledig­lich der Ver­kür­zungs­um­fang, etwa durch eine feh­ler­haf­te Schät­zung, unrich­tig bestimmt ist, die Ver­wirk­li­chung des Tat­be­stan­des aber sicher von den Fest­stel­lun­gen getra­gen wird1.

Steu­er­hin­ter­zie­hung – und der Schuld­um­fang

Die Bestim­mung des Umfangs der Steu­er­ver­kür­zung ist rechts­feh­ler­haft, wenn die vom Land­ge­richt gewähl­te Schät­zung und die mit­ge­teil­ten Berech­nungs­grund­la­gen das Revi­si­ons­ge­richt nicht in den Stand set­zen, nach­voll­zie­hen zu kön­nen, wie sich die Schät­zungs­er­geb­nis­se und der jeweils fest­ge­stell­te Ver­kür­zungs­er­folg erge­ben.

Zwar durf­te das Land­ge­richt die Besteue­rungs­grund­la­gen schät­zen. Im Steu­er­straf­ver­fah­ren ist die Schät­zung von Besteue­rungs­grund­la­gen zuläs­sig, wenn fest­steht, dass der Steu­er­pflich­ti­ge einen Besteue­rungs­tat­be­stand erfüllt hat, die tat­säch­li­chen Besteue­rungs­grund­la­gen aber unge­wiss sind2. Eine kon­kre­te Berech­nung ist aus­ge­schlos­sen, wenn wie im hier ent­schie­de­nen Fall- der Hin­ter­zie­her schon die Auf­stel­lung der Umsät­ze mani­pu­liert und die ohne­hin nicht alle Umsät­ze erfas­sen­den Aus­le­se­strei­fen der Auto­ma­ten nicht voll­stän­dig auf­ge­ho­ben hat.

Die Auf­stel­lung muss auch durch­gän­gig ermög­li­chen, dass für jede Steu­er­art und jeden Steu­er­ab­schnitt geson­dert die Berech­nung der ver­kürz­ten Steu­ern im Ein­zel­nen nach­voll­zo­gen wer­den kann3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 8. August 2017 – 1 StR 519/​16

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 20.12 2016 – 1 StR 505/​16, Stra­Fo 2017, 254; Urteil vom 22.05.2012 – 1 StR 103/​12, Rn. 28, NZWiSt 2012, 299
  2. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschlüs­se vom 20.12 2016 – 1 StR 505/​16, Stra­Fo 2017, 254; vom 06.04.2016 – 1 StR 523/​15, NStZ 2016, 728; und vom 29.01.2014 – 1 StR 561/​13, wis­tra 2014, 276
  3. vgl. nur BGH, Beschluss vom 24.05.2017 – 1 StR 176/​17