Steu­er­hin­ter­zie­hung – und der Ver­lust­aus­gleich

Bei der Ver­an­la­gung zur Ein­kom­men­steu­er wer­den zum Zweck der Ermitt­lung des zu ver­steu­ern­den Ein­kom­mens (§ 2 Abs. 5 EStG) die steu­er­li­chen Net­to­er­geb­nis­se der ver­schie­de­nen Ein­kunfts­ar­ten zur Sum­me der Ein­künf­te zusam­men­ge­fasst. Aus der Sum­me der Ein­künf­te ergibt sich der Gesamt­be­trag der Ein­künf­te (§ 2 Abs. 4 EStG). Zur Ermitt­lung der Sum­me der Ein­künf­te sind im Ver­an­la­gungs­ver­fah­ren posi­ti­ve und nega­ti­ve Ein­künf­te zu sal­die­ren (Ver­lust­aus­gleich).

Steu­er­hin­ter­zie­hung – und der Ver­lust­aus­gleich

Zunächst erfolgt die Sal­die­rung inner­halb der betref­fen­den Ein­kunfts­art (hori­zon­ta­ler Ver­lust­aus­gleich), danach wer­den die posi­ti­ven und nega­ti­ven Ergeb­nis­se der ver­schie­de­nen Ein­kunfts­ar­ten zusam­men­ge­fasst (ver­ti­ka­ler Ver­lust­aus­gleich).

Eine Sal­die­rung posi­ti­ver oder nega­ti­ver Ein­künf­te aus einer Ein­kunfts­art mit posi­ti­ven oder nega­ti­ven Ein­künf­ten aus einer ande­ren Ein­kunfts­art sieht das Ein­kom­men­steu­er­ge­setz nicht vor.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. Janu­ar 2019 – 1 StR 347/​18