Steu­er­hin­ter­zie­hung – und die Ankla­ge­schrift

Liegt einem Ange­klag­ten Steu­er­hin­ter­zie­hung zur Last, sind im Ankla­ge­satz das rele­van­te Ver­hal­ten und der Tat­er­folg i.S.v. § 370 AO anzu­füh­ren; einer Berech­nungs­dar­stel­lung der Steu­er­ver­kür­zung bedarf es dort hin­ge­gen nicht [1].

Steu­er­hin­ter­zie­hung – und die Ankla­ge­schrift

Die Ankla­ge­schrift wahrt die Umgren­zungs­funk­ti­on (vgl. § 200 Abs. 1 Satz 1 StPO) im Hin­blick auf die der Ange­klag­ten vor­ge­wor­fe­nen Taten der Steu­er­hin­ter­zie­hung, wenn sich aus dem Ankla­ge­satz hin­rei­chend kon­kre­te Schil­de­run­gen zu den Tat­vor­wür­fen ein­schließ­lich der betrof­fe­nen Steu­er­erklä­run­gen und die der Ange­klag­ten zur Last lie­gen­den Ver­kür­zungs­be­trä­ge erge­ben.

Nähe­re Ein­zel­hei­ten sind für die Umgren­zung des Ver­fah­rens­ge­gen­stan­des nicht erfor­der­lich [2].

Dies gilt auch dann, wenn die Daten der betrof­fe­nen Steu­er­klä­run­gen nicht auf­ge­führt wer­den, aber gleich­wohl nach der Ankla­ge­schrift Ver­wechs­lun­gen der Steu­er­schuld­ner, Ver­an­la­gungs­zeit­räu­me oder Steu­er­erklä­run­gen und damit Unklar­hei­ten über die ange­klag­ten Lebens­sach­ver­hal­te nicht ent­ste­hen kön­nen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. Dezem­ber 2016 – 1 StR 112/​16

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 27.05.2009 – 1 StR 665/​08, wis­tra 2009, 465[]
  2. zu den inso­weit bestehen­den Anfor­de­run­gen vgl. BGH, Beschluss vom 08.08.2012 – 1 StR 296/​12, NStZ 2013, 409[]