Steu­er­hin­ter­zie­hung – und die erfor­der­li­chen Feststellungen

Bei der Steu­er­hin­ter­zie­hung, bei der die Straf­vor­schrift des § 370 AO durch die im Ein­zel­fall anzu­wen­den­den steu­er­recht­li­chen Vor­schrif­ten mate­ri­ell­recht­lich aus­ge­füllt wird, müs­sen die jewei­li­gen Umstän­de fest­ge­stellt wer­den, aus denen sich ergibt, wel­ches steu­er­lich erheb­li­che Ver­hal­ten im Rah­men der jewei­li­gen Abga­ben­art zu einer Steu­er­ver­kür­zung geführt hat.

Steu­er­hin­ter­zie­hung – und die erfor­der­li­chen Feststellungen

Dazu gehö­ren ins­be­son­de­re auch die­je­ni­gen Para­me­ter, die maß­geb­li­che Grund­la­ge für die Steu­er­be­rech­nung sind [1].

Dies ließ das hier ange­foch­te­ne Urteil ver­mis­sen: So ist zwar fest­ge­stellt, für wel­che Fir­ma der Ange­klag­te für die jewei­li­gen Tat­zeit­räu­me Umsatz­steu­er erklärt hat und auf wel­chen Betrag die Umsatz­steu­er jeweils fest­ge­setzt wor­den ist. Wei­ter ist aus­ge­führt, dass der Ange­klag­te die gemäß § 17 UStG erfor­der­li­chen Berich­ti­gun­gen auf­grund Ände­run­gen bei den Bemes­sungs­grund­la­gen nicht getä­tigt habe. Mit­ge­teilt wird noch die tat­säch­lich ange­fal­le­ne Umsatz­steu­er und die jewei­li­ge Steu­er­ver­kür­zung. Dar­aus ergibt sich aber nicht, wel­che Bemes­sungs­grund­la­gen der Steu­er­an­mel­dung zugrun­de lagen und was sich dar­an in wel­chem Umfang geän­dert, also die Berich­ti­gungs­pflicht des Ange­klag­ten nach § 17 UStG aus­ge­löst hat. Auf die­se Wei­se kann der Bun­des­ge­richts­hof die Berech­nung des jewei­li­gen Ver­kür­zungs­er­folgs nicht nachvollziehen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 1. Sep­tem­ber 2015 – 1 StR 12/​15

  1. BGH, Beschluss vom 13.07.2011 – 1 StR 154/​11; BGH, Urteil vom 12.05.2009 – 1 StR 718/​08, NJW 2009, 2546 mwN[]