Steu­er­hin­ter­zie­hung – und die gleich­zei­tig abge­be­nen Umsatz­steu­er­vor­anmel­dun­gen

Nach der neue­ren Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs kann das blo­ße zeit­li­che Zusam­men­fal­len der Abga­be von meh­re­ren Steu­er­erklä­run­gen, die recht­lich nicht mit­ein­an­der ver­knüpft sind, in einem äuße­ren Akt Tat­ein­heit i.S.v. § 52 Abs. 1 StGB nicht begrün­den.

Steu­er­hin­ter­zie­hung – und die gleich­zei­tig abge­be­nen Umsatz­steu­er­vor­anmel­dun­gen

Dem äuße­ren Vor­gang des Ver­sen­dens bzw. der sons­ti­gen Über­mitt­lung der Erklä­rung und deren Ein­gang bei der Behör­de kommt für die tat­be­stand­li­che Hand­lung als sol­che kei­ne Bedeu­tung zu. Das Gesche­hen erschöpft sich inso­weit in einem blo­ßen zeit­li­chen Zusam­men­fal­len, das nicht anders als die Tat­be­ge­hung gele­gent­lich der Aus­füh­rung einer ande­ren Tat die Vor­aus­set­zun­gen des § 52 StGB nicht begrün­det [1].

Nach die­sen Grund­sät­zen führt die Ein­rei­chung unrich­ti­ger Umsatz­steu­er­vor­anmel­dun­gen für meh­re­re Mona­te an ein und dem­sel­ben Tag nicht zur Tat­ein­heit. Die hier­durch began­ge­nen Steu­er­straf­ta­ten ste­hen zuein­an­der im Ver­hält­nis der Tat­mehr­heit im Sin­ne von § 53 StGB.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 6. August 2020 – 1 StR 198/​20

  1. BGH, Beschluss vom 22.01.2018 – 1 StR 535/​17 Rn. 21 f.[]