Steu­er­hin­ter­zie­hung – und die Kron­zeu­gen­re­ge­lung

Bei dem gesetz­li­chen Mil­de­rungs­grund des frei­wil­li­gen Offen­ba­rens gemäß § 46b Abs. 1 Nr. 1 StGB muss es sich bei der Anlas­s­tat nicht um eine Kata­log­tat i.S.v. § 100a Abs. 2 StPO han­deln; es genügt viel­mehr, dass die­se Tat mit einer im Min­dest­maß erhöh­ten Frei­heits­stra­fe bedroht ist 1.

Steu­er­hin­ter­zie­hung – und die Kron­zeu­gen­re­ge­lung

Die­se Vor­aus­set­zung ist bei Steu­er­hin­ter­zie­hun­gen in einem beson­ders schwe­ren Fall (§ 370 Abs. 3 AO) jeweils gege­ben.

Aller­dings muss gemäß § 46b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 StGB die offen­bar­te Tat mit der Anlas­s­tat im Zusam­men­hang ste­hen. Hier­für genügt es jedoch, dass die eige­ne und die offen­bar­te Tat Teil eines kri­mi­nel­len Gesamt­ge­sche­hens sind, bei dem ein inhalt­li­cher Bezug zwi­schen bei­den Taten besteht 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Okto­ber 2017 – 1 StR 15/​17

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 25.04.2013 – 2 StR 37/​13, wis­tra 2013, 308[]
  2. vgl. BT-Drs. 17/​9695, S. 8[]