Straf­zu­mes­sung bei der Steu­er­hin­ter­zie­hung – und die dro­hen­de Haf­tungs­inan­spruch­nah­me

Für den Bun­des­ge­richts­hof begeg­net es kei­nen recht­li­chen Beden­ken, zuguns­ten der Ange­klag­ten deren dro­hen­de Inan­spruch­nah­me in Mil­lio­nen­hö­he sei­tens der Steu­er­be­hör­den wegen der ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Steu­er­hin­ter­zie­hungs­ta­ten zue erwä­gen.

Straf­zu­mes­sung bei der Steu­er­hin­ter­zie­hung – und die dro­hen­de Haf­tungs­inan­spruch­nah­me

Aller­dings kommt eine straf­mil­dern­de Berück­sich­ti­gung einer mög­li­chen Her­an­zie­hung gemäß § 71 AO nur dann in Betracht, wenn ein Ange­klag­ter nach den maß­geb­li­chen Umstän­den des Ein­zel­falls tat­säch­lich mit sei­ner Her­an­zie­hung rech­nen muss und dies eine beson­de­re Här­te dar­stel­len wür­de 1.

Die beson­de­re Här­te einer sol­chen Inan­spruch­nah­me ergab sich im vor­lie­gen­den Fall auch schon dar­aus, dass sich einer der Ange­klag­ten wegen der dro­hen­den Haf­tung in Mil­lio­nen­hö­he in psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Behand­lung bege­ben muss­te, bei­de Ange­klag­te erheb­lich gesund­heit­lich beein­träch­tigt sind und von den ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Taten finan­zi­ell in kaum mess­ba­rem Umfang pro­fi­tiert haben.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. Okto­ber 2017 – 1 StR 447/​14

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 25.09.2012 – 1 StR 407/​12, wis­tra 2013, 67[]