(Tabak-)Steuerhinterziehung im beson­ders schwe­ren Fall – und die Steu­er­ver­kür­zung in gro­ßem Aus­maß

Es ist rechts­feh­ler­haft, bei der Annah­me eines beson­ders schwe­ren Falls allein an das vom Haupt­tä­ter ver­wirk­lich­te Regel­bei­spiel der Steu­er­ver­kür­zung in gro­ßem Aus­maß anzu­knüp­fen; denn bei meh­re­ren Tat­be­tei­lig­ten ist für jeden von ihnen geson­dert zu prü­fen, ob die Vor­aus­set­zun­gen für die Annah­me eines beson­ders schwe­ren Falls erfüllt sind.

(Tabak-)Steuerhinterziehung im beson­ders schwe­ren Fall – und die Steu­er­ver­kür­zung in gro­ßem Aus­maß

Das Ergeb­nis rich­tet sich – wenn auch unter Berück­sich­ti­gung der Tat des oder der ande­ren Betei­lig­ten – jeweils nach dem Tat­bei­trag und der Per­son des Teil­neh­mers, des­sen Stra­fe zuge­mes­sen wer­den soll. Für die Bewer­tung der Tat des Gehil­fen und des zugrun­de zu legen­den Straf­rah­mens ist somit ent­schei­dend, ob sich die Bei­hil­fe selbst – bei Berück­sich­ti­gung des Gewichts der Haupt­tat – als beson­ders schwe­rer Fall dar­stellt [1].

Die Berech­nung der pol­ni­schen Ver­brauch­steu­er rich­tet sich gemäß Art. 99 pol­ni­sches Ver­brauch­steu­er­ge­setz nach dem Klein­ver­kaufs­preis. Nach Art. 99 Abs. 9 Nr. 2 pol­ni­sches Ver­brauch­steu­er­ge­setz ist für unrecht­mä­ßig in den Ver­kehr gebrach­te Ziga­ret­ten das Drei­fa­che des gewich­te­ten durch­schnitt­li­chen Klein­ver­kaufs­prei­ses anzu­set­zen. Die zur neu­en Ent­schei­dung beru­fe­ne Straf­kam­mer wird dies in ihrer Straf­zu­mes­sung zu beach­ten haben. Denn der fest­ge­stell­te steu­er­li­che Scha­den unter­liegt einer Bewer­tung [2], bei der im vor­lie­gen­den Fall Berück­sich­ti­gung fin­den muss, dass der steu­er­straf­recht­li­che Scha­den das Drei­fa­che des Steu­er­sat­zes als bei einem lega­len Han­deln aus­macht.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 19. Dezem­ber 2017 – 1 StR 56/​17

  1. st. Rspr.; BGH, Beschlüs­se vom 17.02.1982 – 3 StR 19/​82, NStZ 1982, 206; vom 12.10.1987 – 2 StR 499/​87; vom 17.03.1989 – 2 StR 712/​88, BGHR BtMG § 29 Abs. 3 Nr. 4, Gehil­fe 2; vom 22.09.2008 – 1 StR 323/​08, NJW 2009, 690; vom 13.09.2007 – 5 StR 65/​07, wis­tra 2007, 461; und vom 31.07.2012 – 5 StR 188/​12, NStZ-RR 2012, 342; Urteil vom 06.09.2016 – 1 StR 575/​15, NStZ 2017, 356, 358[]
  2. vgl. Raum in Wabnitz/​Janovsky, Hand­buch des Wirt­schafts- und Steu­er­straf­rechts, 4. Aufl., Kap. 4 Rn. 151 ff.[]