Umsatz­steu­er­hin­ter­zie­hung „in gro­ßem Aus­maß” – und die Bei­hil­fe

Das nach objek­ti­ven Maß­stä­ben zu bestim­men­de Merk­mal des Regel­bei­spiels eines beson­de­ren schwe­ren Fal­les der Steu­er­hin­ter­zie­hung i.S.v. § 370 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 AO „in gro­ßem Aus­maß” ist bereits dann erfüllt, wenn der Hin­ter­zie­hungs­be­trag 50.000 € über­steigt 1.

Umsatz­steu­er­hin­ter­zie­hung „in gro­ßem Aus­maß” – und die Bei­hil­fe

Wer­den steu­er­min­dern­de Tat­sa­chen – wie hier nicht bestehen­de Vor­steu­er­be­trä­ge – gel­tend gemacht, bleibt es bei der Wert­gren­ze von 50.000 €.

Die­se Grund­sät­ze sind auch in Fäl­len der Bei­hil­fe anzu­wen­den 2. Bei Bei­hil­fe zur Steu­er­hin­ter­zie­hung ist aber für die Straf­rah­men­wahl nicht ent­schei­dend, ob sich die Tat des Haupt­tä­ters, zu der Bei­hil­fe geleis­tet wird, als beson­ders schwe­rer Fall erweist; zu prü­fen ist viel­mehr, ob sich die Bei­hil­fe selbst – bei Berück­sich­ti­gung des Gewichts der Haupt­tat – als beson­ders schwe­rer Fall dar­stellt 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. Okto­ber 2017 – 1 StR 447/​14

  1. vgl. BGH, Urteil vom 27.10.2015 – 1 StR 373/​15, BGHSt 61, 28
  2. vgl. BGH, Urteil vom 22.05.2012 – 1 StR 103/​12, NStZ 2012, 637
  3. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urtei­le vom 25.04.2017 – 1 StR 606/​16, Stra­Fo 2017, 242; und vom 06.09.2016 – 1 StR 575/​15, NZWiSt 2016, 474 mwN