Umsatz­steu­er­hin­ter­zie­hung durch Unter­las­sen

Dadurch, dass bis zum Ablauf der gesetz­li­chen Abga­be­frist (§ 149 Abs. 2 AO aF) kei­ne Umsatz­steu­er­jah­res­er­klä­rung ein­ge­reicht wur­de, ließ der Unter­neh­mer im Sin­ne von § 370 Abs. 1 Nr. 2 AO die Finanz­be­hör­den pflicht­wid­rig über steu­er­lich erheb­li­che Tat­sa­chen in Unkennt­nis.

Umsatz­steu­er­hin­ter­zie­hung durch Unter­las­sen

Mit Ablauf die­ser Frist wur­de zugleich die Umsatz­steu­er ver­kürzt, weil die Umsatz­steu­er­jah­res­er­klä­rung als Steu­er­an­mel­dung (§ 18 Abs. 3 UStG i.V.m. § 150 Abs. 1 Satz 3 AO) einer Steu­er­fest­set­zung unter Vor­be­halt der Nach­prü­fung gleich­steht (§ 168 Satz 1 AO).

Damit war die vom Ange­klag­ten ver­wirk­lich­te Steu­er­hin­ter­zie­hung durch Unter­las­sen (§ 370 Abs. 1 Nr. 2 AO) mit Ver­strei­chen­las­sen des Fäl­lig­keits­zeit­punkts am 31.05.2003 voll­endet und zugleich auch been­det1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 8. Dezem­ber 2016 – 1 StR 389/​16

  1. vgl. dazu BGH, Beschluss vom 31.05.2011 – 1 StR 189/​11, wis­tra 2011, 346 sowie Jäger in Klein, AO, 13. Aufl., § 370 Rn. 105 und 202 []