Umsatz­steu­er­hin­ter­zie­hung durch Ket­ten- und Karus­sell­ge­schäf­te – und die Straf­zu­mes­sung

In Fäl­len fin­gier­ter Ket­ten- oder Karus­sell­ge­schäf­te, die auf die Hin­ter­zie­hung von Steu­ern ange­legt sind, ist nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs der Straf­zu­mes­sung der aus dem Gesamt­sys­tem erwach­se­ne delik­ti­sche Scha­den als ver­schul­de­te Aus­wir­kung der Tat zugrun­de zu legen, soweit dem jewei­li­gen Betei­lig­ten die Struk­tur und die Funk­ti­ons­wei­se des Gesamt­sys­tems bekannt ist 1.

Umsatz­steu­er­hin­ter­zie­hung durch Ket­ten- und Karus­sell­ge­schäf­te – und die Straf­zu­mes­sung

In Fäl­len, in dem hin­sicht­lich der­sel­ben Waren mehr­fach Umsatz­steu­ern hin­ter­zo­gen wur­den, ist des­halb im Rah­men der Straf­zu­mes­sung zu berück­sich­ti­gen, dass das Steu­er­auf­kom­men des deut­schen Fis­kus nicht in der Sum­me der Hin­ter­zie­hun­gen der am Hin­ter­zie­hungs­sys­tem betei­lig­ten Fir­men, son­dern nur im Umfang des jeweils höhe­ren Hin­ter­zie­hungs­be­tra­ges gefähr­det oder geschä­digt wur­de 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Okto­ber 2016 – 1 StR 210/​16

  1. BGH, Urteil vom 30.04.2009 – 1 StR 342/​08, BGHSt 53, 311[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 30.04.2009 – 1 StR 342/​08 Rn. 43, BGHSt 53, 311, 318; Beschluss vom 11.12 2002 – 5 StR 212/​02, wis­tra 2003, 140 und Urteil vom 11.07.2002 – 5 StR 516/​01, BGHSt 47, 343[]