Umsatz­steu­er­ka­rus­sell – und die voll­ende­te Umsatz­steu­er­hin­ter­zie­hung

Die von einem Unter­neh­mer für im Rah­men eines Umsatz­steu­er­ka­rusells tat­säch­lich nicht aus­ge­führ­te inner­ge­mein­schaft­li­chen Lie­fe­run­gen aus­ge­stell­ten Schein­rech­nun­gen berech­ti­gen die­sen nicht zum Vor­steu­er­ab­zug; die in die­sen fin­gier­ten Ein­gangs­rech­nun­gen aus­ge­wie­se­nen Umsatz­steu­ern durf­te er nicht als Vor­steu­ern gel­tend machen (§ 370 Abs. 1 Nr. 1 AO, § 18 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Satz 2, § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 1, 2, §§ 14, 14a UStG) 1.

Umsatz­steu­er­ka­rus­sell – und die voll­ende­te Umsatz­steu­er­hin­ter­zie­hung

Gibt der Unter­neh­mer ggfs. als Organ­trä­ger (§ 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG) 2 die Umsatz­vor­steu­er­an­mel­dun­gen gegen­über dem Finanz­amt ab, ist der jewei­li­gen Über­wei­sung der Vor­steu­er­gut­ha­ben die Zustim­mung des Finanz­amts zu ent­neh­men. Damit sind die betref­fen­den Taten voll­endet (§ 370 Abs. 4 Satz 1 Halb­satz 2, Satz 2, § 168 Satz 2, § 150 Abs. 1 Satz 3 AO) 3.

Es beschwert dabei den Unter­neh­mer nicht, wenn das Land­ge­richt bezüg­lich der Besteue­rungs­zeit­räu­me nicht – wie ange­klagt – auf die zuge­hö­ri­gen Umsatz­steu­er­vor­anmel­dun­gen son­dern auf die Umsatz­steu­er­jah­res­er­klä­rung abstellt 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 6. Juni 2019 – 1 StR 75/​19

  1. vgl. im Übri­gen § 15 Abs. 3 Nr. 1 Buchst. a, § 4 Nr. 1 Buchst. b, § 6a UStG; BGH, Urteil vom 22.07.2015 – 1 StR 447/​14 Rn. 13 mwN[]
  2. vgl. BFH, Urtei­le vom 22.10.2009 – – V R 14/​08, BFHE 227, 513 Rn. 4, 32, 38; vom 29.01.2009 – – V R 67/​07, BFHE 225, 172 Rn. 17; und vom 15.12 2016 – – V R 14/​16, BFHE 256, 562 Rn. 17[]
  3. BGH, Beschluss vom 23.07.2014 – 1 StR 196/​14 Rn. 17 mwN[]
  4. zur pro­zes­sua­len Tati­den­ti­tät von Umsatz­steu­er­jah­res­er­klä­rung und Umsatz­steu­er­vor­anmel­dun­gen BGH, Beschlüs­se vom 24.11.2004 – 5 StR 206/​04, BGHSt 49, 359, 361 ff.; vom 25.10.2018 – 1 StR 7/​18 Rn. 10; und vom 12.06.2013 – 1 StR 6/​13 Rn. 22 f.[]