Unge­recht­fer­tig­ter Steu­er­aus­weis, Umsatzst­zeu­er­hin­ter­zie­hung – und die Straf­zu­mes­sung

Bei der Straf­rah­men­wahl darf die Ver­kür­zung einer nach § 14c UStG ent­stan­de­nen Umsatz­steu­er nicht für straf­recht­lich weni­ger schutz­wür­dig als einer nach ande­ren Nor­men ent­stan­de­nen Steu­er erach­tet wer­den.

Unge­recht­fer­tig­ter Steu­er­aus­weis, Umsatzst­zeu­er­hin­ter­zie­hung – und die Straf­zu­mes­sung

Dies wäre rechts­feh­ler­haft, da es sich bei dem Steu­er­an­spruch aus § 14c UStG nicht um eine Steu­er min­de­rer Qua­li­tät han­delt. Er dürf­te des­halb bei der Rechts­fol­gen­ent­schei­dung nicht ein­fach außer Betracht gelas­sen wer­den 1. Denn mit der Vor­schrift des § 14c UStG woll­te der Gesetz­ge­ber das Steu­er­auf­kom­men vor den Fol­gen eines unbe­rech­tig­ten Vor­steu­er­ab­zugs schüt­zen 2.

Im hier ent­schie­de­nen Fall hat­te sich die mit der Aus­stel­lung unrich­ti­ger Gut­schrif­ten ent­stan­de­ne Gefahr mit der tat­säch­li­chen Gel­tend­ma­chung des Vor­steu­er­ab­zugs aus eben­die­sen Gut­schrif­ten auch tat­säch­lich rea­li­siert 3, weil die Rech­nungs­emp­fän­ge­rin die Vor­steu­er aus den Gut­schrif­ten gel­tend mach­te.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. Okto­ber 2017 – 1 StR 447/​14

  1. vgl. BGH, Urteil vom 21.08.2012 – 1 StR 257/​12, Rn. 31, wis­tra 2013, 28[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 21.08.2014 – 1 StR 209/​14, wis­tra 2015, 33 Rn. 13 und Urteil vom 11.07.2002 – 5 StR 516/​01, BGHSt 47, 343 zu § 14 Abs. 3 UStG a.F.[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 21.08.2014 – 1 StR 209/​14, wis­tra 2015, 33 Rn. 13 und Urteil vom 30.04.2009 – 1 StR 342/​08, BGHSt 53, 311[]