Straf­recht­li­che Ver­ant­wort­lich­keit eines Jugend­li­chen – und die erfor­der­li­che Ver­ant­wor­tungs­rei­fe

Nach § 3 Satz 1 JGG ist ein Jugend­li­cher straf­recht­lich ver­ant­wort­lich, wenn posi­tiv fest­steht, dass er zur Zeit der Tat nach sei­ner sitt­li­chen und geis­ti­gen Ent­wick­lung reif genug gewe­sen ist, das Unrecht der Tat ein­zu­se­hen und nach die­ser Ein­sicht zu han­deln.

Straf­recht­li­che Ver­ant­wort­lich­keit eines Jugend­li­chen – und die erfor­der­li­che Ver­ant­wor­tungs­rei­fe

Ob die erfor­der­li­che Ver­ant­wor­tungs­rei­fe gege­ben ist, hat der Tatrich­ter auf der Grund­la­ge sei­ner Fest­stel­lun­gen zur per­sön­li­chen Ent­wick­lung des Jugend­li­chen, zu des­sen Per­sön­lich­keit zur Tat­zeit und den Umstän­den der kon­kre­ten Tat – gege­be­nen­falls mit sach­ver­stän­di­ger Hil­fe (vgl. § 43 Abs. 2 JGG) – wer­tend zu beur­tei­len.

Kann die nach § 3 Satz 1 JGG erfor­der­li­che Ein­sichts- und Hand­lungs­rei­fe nicht sicher fest­ge­stellt wer­den, schei­det ein Schuld­spruch aus [1].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 28. Juni 2016 – 1 StR 5/​16

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 13.12 2012 – 4 StR 271/​12, NStZ 2013, 286; und vom 03.02.2005 – 4 StR 492/​04, ZJJ 2005, 205 mit Anm. Osten­dorf; Eisen­berg, JGG, 18. Aufl., § 3 Rn. 4; Münch KommStGB/​Altenhain/​Laue, 2. Aufl., § 3 JGG Rn. 5[]