Straf­schär­fen­de Doku-Soap

Wegen Untreue in 175 Fäl­len ist ein ehe­ma­li­ge Ord­nungs­amts­lei­ter aus Ber­lin zu einer Gesamt­frei­heits­stra­fe von zwei Jah­ren und fünf Mona­ten ver­ur­teilt wor­den.

Straf­schär­fen­de Doku-Soap

Zu die­sem Urteil ist das Land­ge­richt Ber­lin im Fall des ehe­ma­li­gen Lei­ters des Ord­nungs­am­tes Ste­glitz-Zehlen­dorf von Ber­lin gelangt. Der Ange­klag­te hat im Rah­men sei­ner Tätig­keit im Zeit­raum von April 2006 bis Juli 2010 Bar­ein­nah­men in einer Höhe von über 250.000 € nicht auf das Bank­kon­to der Bezirks­kas­se ein­ge­zahlt, son­dern statt­des­sen für pri­va­te Zwe­cke ver­wen­det. Die Taten hat der Ange­klag­te in vol­lem Umfang ein­ge­räumt.

Nach Auf­fas­sung des Land­ge­richts Ber­lin ist dem Ange­klag­ten die Bege­hung der Taten sehr leicht gemacht wor­den, weil es kei­ner­lei wirk­sa­me Kon­troll­me­cha­nis­men auf Sei­ten des Bezirks­am­tes gege­ben hat. Das Geständ­nis sei straf­mil­dernd berück­sich­tigt wor­den. Erschwe­rend wer­te­te das Gericht u.a. das plan­vol­le Vor­ge­hen des Ange­klag­ten, die immense Scha­dens­hö­he sowie den Umstand, dass der Ange­klag­te sich in Doku-Soaps im deut­schen Pri­vat­fern­se­hen als enga­gier­ter Ord­nungs­hü­ter geriert, aber gleich­zei­tig auf Kos­ten der Steu­er­zah­ler berei­chert habe.

Land­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 13. Febru­ar 2012 – (515) 2 Wi Js 193/​10 (14/​11)