Strafurteil – Urteilsgründe – Beweiswürdigung

4. April 2018 | Strafrecht
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Die Beweiswürdigung soll keine umfassende Dokumentation der Beweisaufnahme enthalten, sondern lediglich belegen, warum bestimmte bedeutsame Umstände so festgestellt worden sind1.

Dementsprechend ist regelmäßig verfehlt, Zeugenaussagen in allen – teilweise unbedeutenden – Einzelheiten wiederzugeben2.

Sind – wie hier – in der Beweiswürdigung verschiedene Tatkomplexe abzuhandeln, empfiehlt es sich zudem, zeugenschaftliche Angaben thematisch zuzuordnen und nicht im Rahmen eines einzigen, geschlossenen Referats – weitgehend ohne konkreten Bezug – wiederzugeben.

Auch die Einlassung des Angeklagten muss nicht in allen, teils unbedeutenden Einzelheiten wiedergeben werden, zumal wenn die gemachten Angaben in weiten Teilen den Feststellungen entsprechen. Werden Angaben des Angeklagten (hier:) zu einzelnen abgehörten Telefonaten der Reihe nach referiert, erschwert es zudem die Verständlichkeit, wenn der Inhalt der jeweiligen Telefongespräche – als Bezugspunkt der entsprechenden Einlassung – erst deutlich später im Urteil mitgeteilt wird.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 17. Januar 2018 – 4 StR 305/17

  1. vgl. BGH, Beschlüsse vom 04.10.2017 – 3 StR 145/17, NStZ – RR 2018, 23 [Ls ]; vom 30.06.2015 – 3 StR 179/15; Meyer – Goßner/Appl, Die Urteile in Strafsachen, 29. Aufl., Rn. 350
  2. BGH, Beschlüsse vom 25.07.2017 – 3 StR 111/17, StraFo 2017, 458 f. ; vom 31.03.2015 – 3 StR 630/14; vom 16.09.2013 – 1 StR 264/13; vom 08.05.2009 – 2 StR 147/09

 
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