Sach­ver­stän­di­gen­ver­gü­tung im Straf­voll­stre­ckungs­ver­fah­ren

Nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 JVEG regelt das JVEG die Ver­gü­tung der Sach­ver­stän­di­gen, die vom Gericht her­an­ge­zo­gen wer­den.

Sach­ver­stän­di­gen­ver­gü­tung im Straf­voll­stre­ckungs­ver­fah­ren

Nach § 8 Abs. 1 erhal­ten Sach­ver­stän­di­ge als Ver­gü­tung

  1. ein Hono­rar für ihre Leis­tun­gen,
  2. Fahrt­kos­ten­er­satz,
  3. Ent­schä­di­gung für Auf­wand sowie
  4. Ersatz für sons­ti­ge und für beson­de­re Auf­wen­dun­gen.

Soweit das Hono­rar nach Stun­den­sät­zen zu bemes­sen ist, wird es für jede Stun­de erfor­der­li­cher Zeit ein­schließ­lich not­wen­di­ger Rei­se- und War­te­zei­ten gewährt (§ 8 Abs. 2 Satz 1 JVEG).

In § 8 Abs. 2 Satz 1 JVEG ist aus­drück­lich gere­gelt, dass das Hono­rar, soweit es nach Stun­den­sät­zen zu bemes­sen ist, für jede Stun­de der erfor­der­li­chen Zeit ein­schließ­lich not­wen­di­ger Rei­se- und War­te­zei­ten gewährt wird. Die­se gesetz­li­che Rege­lung gilt aus­nahms­los. Der Stun­den­satz gilt mit­hin sowohl für die Zeit der Begut­ach­tung bzw. der Anhö­rung wie auch für die Fahrt­zei­ten.

Die Berech­ti­gung des Stun­den­sat­zes von 100 € folgt aus Anla­ge 1 zu § 9 Abs. 1 JVEG. Gut­ach­ten zur Kri­mi­nal­pro­gno­se wer­den grund­sätz­lich nach der Hono­rar­grup­pe M 3 ver­gü­tet.

Dass der Ver­ur­teil­te zur Erstat­tung der Kos­ten für das kri­mi­nal­pro­gnos­ti­sche Gut­ach­ten ver­pflich­tet ist, folgt aus der Kos­ten­grund­ent­schei­dung der ver­ur­tei­len­den Erkennt­nis­se. Auch die­se Kos­ten sind letzt­lich Fol­ge des delin­quen­ten Ver­hal­tens des Ver­ur­tei­len und daher von ihm zu tra­gen 1.

Thü­rin­ger Ober­lan­des­ge­richt, Beschluss vom 10. August 2015 – 1 Ws 275/​15

  1. vgl. OLG Frank­furt NStZ 2010, 719[]