Straf­zu­mes­sung bei einem Dea­ler – und die Gefährung der Dro­gen­süch­ti­gen

Hat das Land­ge­richt im Rah­men der Prü­fung min­der schwe­rer Fäl­le gemäß § 29a Abs. 2 BtMG zu Las­ten des Ange­klag­ten berück­sich­tigt, dass eine Gefähr­dung Drit­ter wegen des beab­sich­tig­ten Han­del­trei­bens bestan­den habe, hat es damit es das gesetz­ge­be­ri­sche Motiv, die mensch­li­che Gesund­heit sowohl des Ein­zel­nen wie der Bevöl­ke­rung im Gan­zen vor den von Betäu­bungs­mit­teln aus­ge­hen­den Gefah­ren zu schüt­zen 1, im Rah­men der Straf­zu­mes­sung zum Nach­teil des Ange­klag­ten berück­sich­tigt.

Straf­zu­mes­sung bei einem Dea­ler – und die Gefährung der Dro­gen­süch­ti­gen

Dies ver­stößt gegen das Ver­bot der Dop­pel­ver­wer­tung aus § 46 Abs. 3 StGB 2.

Das Urteil beruh­te im vor­lie­gen­den Fall auch auf dem vor­ge­nann­ten Rechts­feh­ler (§ 337 Abs. 1 StPO). Infol­ge der zahl­rei­chen zuguns­ten des Ange­klag­ten spre­chen­den Umstän­de kann – auch in Anbe­tracht des jeweils deut­li­chen Über­schrei­tens der nicht gerin­gen Men­ge – schon nicht aus­ge­schlos­sen wer­den, dass das Land­ge­richt bei rechts­feh­ler­frei­er Straf­zu­mes­sung die Vor­aus­set­zun­gen min­der schwe­rer Fäl­le bejaht hät­te. Jeden­falls kön­nen aber in allen Fäl­len die Ein­zel­straf­aus­sprü­che auf die­ser rechts­feh­ler­haf­ten Erwä­gung beru­hen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 5. Sep­tem­ber 2017 – 1 StR 350/​17

  1. dazu BGH, Beschluss vom 20.12 1995 – 3 StR 245/​95, BGHSt 42, 1 [5][]
  2. vgl. zum Ver­bot der Dop­pel­ver­wer­tung bei Berück­sich­ti­gung der gesetz­ge­be­ri­schen Inten­ti­on nur Stree/​Kinzig in Schönke/​Schröder, StGB, 29. Aufl., § 46 Rn. 46 mwN aus der Recht­spre­chung[]