Straf­zu­mes­sung – und ihre Über­prü­fung durch das Revi­si­ons­ge­richt

Die Straf­zu­mes­sung ist grund­sätz­lich Sache des Tat­ge­richts.

Straf­zu­mes­sung – und ihre Über­prü­fung durch das Revi­si­ons­ge­richt

Ein Ein­griff des Revi­si­ons­ge­richts in die Ein­zel­ak­te der Straf­zu­mes­sung ist in der Regel nur mög­lich, wenn die Zumes­sungs­er­wä­gun­gen in sich feh­ler­haft sind, wenn das Tat­ge­richt gegen recht­lich aner­kann­te Straf­zwe­cke ver­stößt oder wenn sich die ver­häng­te Stra­fe nach oben oder unten von ihrer Bestim­mung löst, gerech­ter Schuld­aus­gleich zu sein 1.

Nur in die­sem Rah­men kann eine "Ver­let­zung des Geset­zes" (§ 337 Abs. 1 StPO) vor­lie­gen.

Dage­gen ist eine ins Ein­zel­ne gehen­de Rich­tig­keits­kon­trol­le aus­ge­schlos­sen 2.

In Zwei­fels­fäl­len muss das Revi­si­ons­ge­richt die vom Tat­ge­richt vor­ge­nom­me­ne Bewer­tung bis an die Gren­ze des Ver­tret­ba­ren hin­neh­men 3.

Dabei ist der Tatrich­ter ledig­lich ver­pflich­tet, in den Urteils­grün­den die für die Straf­zu­mes­sung bestim­men­den Umstän­de dar­zu­le­gen (§ 267 Abs. 3 Satz 1 StPO); eine erschöp­fen­de Auf­zäh­lung aller Straf­zu­mes­sungs­er­wä­gun­gen ist weder vor­ge­schrie­ben noch mög­lich.

Was als wesent­li­cher Straf­zu­mes­sungs­grund anzu­se­hen ist, ist unter Berück­sich­ti­gung der Beson­der­hei­ten des Ein­zel­falls vom Tatrich­ter zu ent­schei­den 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 22. August 2017 – 1 StR 216/​17

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urtei­le vom 07.02.2012 – 1 StR 525/​11, BGHSt 57, 123, 127 Rn. 17; vom 12.01.2016 – 1 StR 414/​15 Rn. 12, NStZ-RR 2016, 107; und vom 09.02.2017 – 1 StR 415/​16, NStZ-RR 2017, 168 jeweils mwN[]
  2. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschluss vom 10.04.1987 – GSSt 1/​86, BGHSt 34, 345, 349; Urtei­le vom 12.01.2016 – 1 StR 414/​15 Rn. 12, NStZ-RR 2016, 107; und vom 09.02.2017 – 1 StR 415/​16, NStZ-RR 2017, 168[]
  3. st. Rspr.; vgl. BGH, Beschluss vom 10.04.1987 – GSSt 1/​86, BGHSt 34, 345, 349; Urtei­le vom 16.04.2015 – 3 StR 638/​14, NStZ-RR 2015, 240; und vom 02.02.2017 – 4 StR 481/​16, NStZ-RR 2017, 105, 106[]
  4. st. Rspr.; vgl. BGH, Urtei­le vom 02.08.2012 – 3 StR 132/​12, NStZ-RR 2012, 336, 337; und vom 02.02.2017 – 4 StR 481/​16, NStZ-RR 2017, 105, 106 mwN[]