Straf­zu­mes­sung – und das Nacht­at­ver­hal­ten

Dass ein Täter nach der Tat kei­ne taug­li­chen Ret­tungs­be­mü­hun­gen unter­nom­men hat, darf nicht zu sei­nen Las­ten berück­sich­tigt wer­den.

Straf­zu­mes­sung – und das Nacht­at­ver­hal­ten

Eine der­ar­ti­ge Erwä­gung ließ besor­gen, dass das Gericht das Feh­len eines Straf­mil­de­rungs­grun­des bei der Bemes­sung der Stra­fe dem Ange­klag­ten ange­las­tet hat.

Das ernst­haf­te Bemü­hen eines Täters um die Ret­tung des Tat­op­fers ist ein Straf­mil­de­rungs­grund. Nach stän­di­ger Recht­spre­chung kann das Feh­len eines Mil­de­rungs­grun­des aber nicht straf­schär­fend ins Gewicht fal­len [1].

Auf einen Rück­schluss aus dem Nacht­at­ver­hal­ten auf die Gesin­nung des Ange­klag­ten [2] hat­te das Land­ge­richt im vor­lie­gen­den Fall dage­gen nicht abge­stellt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Juni 2020 – 4 StR 45/​20

  1. vgl. zum Feh­len von Ret­tungs­be­mü­hun­gen BGH, Beschluss vom 16.03.1984 – 2 StR 81/​84; vom 25.09.2002 – 1 StR 347/​02, Rn. 5; vom 06.11.2013 – 1 StR 525/​13, Rn. 5[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 09.07.1996 – 1 StR 338/​96, Rn. 18 ff.; Urteil vom 14.03.2018 – 2 StR 416/​18, Rn. 22[]