Straf­zu­mes­sung – und die aus­län­der­recht­li­chen Fol­gen

Ein Straf­aus­spruch kann kei­nen Bestand haben, wenn die Straf­kam­mer sowohl bei der Straf­rah­men­wahl als auch bei der Straf­zu­mes­sung im enge­ren Sin­ne mög­li­che aus­län­der­recht­li­che Kon­se­quen­zen der Ver­ur­tei­lung straf­mil­dernd berück­sich­tigt hat, ohne hier­für eine auf die Umstän­de des Ein­zel­falls bezo­ge­ne Begrün­dung zu geben.

Straf­zu­mes­sung – und die aus­län­der­recht­li­chen Fol­gen

Aus­län­der­recht­li­che Fol­gen einer Ver­ur­tei­lung sind nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs grund­sätz­lich kei­ne bestim­men­den Straf­mil­de­rungs­grün­de. Dies war bereits zur frü­he­ren aus­län­der­recht­li­chen Rechts­la­ge auch für die damals vor­ge­se­he­ne zwin­gen­de Aus­wei­sung aner­kannt und gilt nun­mehr vor dem Hin­ter­grund der seit 17.03.2016 gel­ten­den Rege­lung des § 53 Abs. 1 und 2 Auf­en­thG, nach der bei einer Aus­wei­sungs­ent­schei­dung gene­rell eine Abwä­gung zwi­schen Aus­wei­sungs­in­ter­es­se (§ 54 Auf­en­thG) und Blei­bein­ter­es­se (§ 55 Auf­en­thG) vor­zu­neh­men ist, umso mehr. Eine ande­re straf­zu­mes­sungs­recht­li­che Bewer­tung ist nur gerecht­fer­tigt, wenn im Ein­zel­fall zusätz­li­che Umstän­de hin­zu­tre­ten, wel­che die Been­di­gung des Auf­ent­halts im Inland als beson­de­re Här­te erschei­nen las­sen 1.

Sol­che ein­zel­fall­be­zo­ge­nen Umstän­de sind nicht ersicht­lich, wenn gegen den Ange­klag­ten bereits eine Aus­wei­sungs­ver­fü­gung vor­liegt und die dage­gen ein­ge­reich­te Kla­ge abge­wie­sen wor­den ist.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 26. Okto­ber 2017 – 4 StR 259/​17

  1. st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 05.12 2001 – 2 StR 273/​01, NStZ 2002, 196; Beschlüs­se vom 12.01.2016 – 5 StR 502/​15; vom 13.10.2011 – 1 StR 407/​11, NStZ 2012, 147; vom 31.08.2007 – 2 StR 304/​07, StV 2008, 298; vom 27.11.1998 – 3 StR 436/​98, NStZ 1999, 240; vom 11.09.1996 – 3 StR 351/​96, NStZ 1997, 77; Stree/​Kinzig in Schönke/​Schröder, StGB, 29. Aufl., § 46 Rn. 55 mwN[]