Straf­zu­mes­sung – und die beruf­li­chen Wir­kun­gen der straf­recht­li­chen Ver­ur­tei­lung

beruf­li­chen Wir­kun­gen einer straf­recht­li­chen Ver­ur­tei­lung sind regel­mä­ßig als ein bestim­men­der Straf­mil­de­rungs­grund zu berück­sich­ti­gen, wenn der Ange­klag­te durch sie sei­ne beruf­li­che oder wirt­schaft­li­che Basis ver­liert oder zu ver­lie­ren droht1.

Straf­zu­mes­sung – und die beruf­li­chen Wir­kun­gen der straf­recht­li­chen Ver­ur­tei­lung

Auch wenn das Tat­ge­richt, dem die Gewich­tung die­ses straf­mil­dern­den Gesichts­punkts obliegt, von Rechts wegen nicht gehal­ten ist, dem Straf­mil­de­rungs­grund ent­schei­den­des straf­mil­dern­des Gewicht bei­zu­mes­sen2, ist der Straf­aus­spruch auf­zu­ge­ben, wenn der Bun­des­ge­richts­hof ein Beru­hen des Straf­aus­spruchs auf die­sem Erör­te­rungs­man­gel nicht aus­zu­schlie­ßen ist.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 9. Mai 2019 – 4 StR 511/​18

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 19.03.2019 – 5 StR 684/​18; vom 12.07.2018 – 3 StR 595/​17; vom 11.04.2013 – 2 StR 506/​12, NStZ 2013, 522; vom 02.02.2010 – 4 StR 514/​09, StV 2010, 479 f.; und vom 26.03.1996 – 1 StR 89/​96, NStZ 1996, 539, jeweils mwN; sie­he auch BGH, Urteil vom 16.12 1987 – 2 StR 527/​87, BGHSt 35, 148, 149 mit ableh­nen­der Anmer­kung Streng, NStZ 1988, 485 ff.
  2. vgl. Schä­fer/​Sander/​van Gemme­ren, Pra­xis der Straf­zu­mes­sung, 6. Aufl., Rn. 737