Straf­zu­mes­sung – und die Straf­mil­de­rungs­grün­de

Wer­den in den Urteils­grün­den Straf­mil­de­rungs­grün­de von Gewicht benannt, ist es ohne nähe­re Erläu­te­rung für das Revi­si­ons­ge­richt nicht nach­voll­zieh­bar, aus wel­chen Grün­den das Land­ge­richt eine Stra­fe in der Mit­te des von einem bis zu zehn Jah­re rei­chen­den Straf­rah­mens für ange­mes­sen erach­tet, obwohl es meint, kei­ne Straf­er­schwe­rungs­grün­de fest­stel­len zu kön­nen [1].

Straf­zu­mes­sung – und die Straf­mil­de­rungs­grün­de

So auch in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall:

Das Land­ge­richt Köln hat einen min­der schwe­ren Fall der Kör­per­ver­let­zung gemäß § 227 Abs. 2 StGB ange­nom­men, weil die Vor­aus­set­zun­gen des § 213 1. Alt. StGB gege­ben sei­en [2]. Bei der kon­kre­ten Straf­zu­mes­sung hat die Straf­kam­mer eine Rei­he von Straf­mil­de­rungs­grün­den (kei­ne straf­recht­li­che Vor­be­las­tung, Vor­ver­hal­ten des Tat­op­fers, Spon­tan­tat, lan­ge Ver­fah­rens­dau­er, Haft­emp­find­lich­keit) ange­führt und eine Frei­heits­stra­fe von vier Jah­ren und sechs Mona­ten ver­hängt.

Der Bun­des­ge­richts­hof hob daher das Urteil des Land­ge­richts ‑mit Aus­nah­me der Fest­stel­lun­gen- auf und ver­wies die Sache zu neu­er Ver­hand­lung und Ent­schei­dung zurück an das Land­ge­richt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Juni 2020 – 2 StR 184/​20

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 16.08.2000 – 2 StR 249/​00, StV 2003, 72[]
  2. LG Köln, Urteil vom 04.02.2020 – 91 Js 4/​18 312 Ks 14/​19[]