Straf­zu­mes­sung – und die Unter­su­chungs­haft

Erlit­te­ne Unter­su­chungs­haft ist bei einer Ver­ur­tei­lung zu einer zu voll­stre­cken­den Frei­heits­stra­fe regel­mä­ßig für die Straf­zu­mes­sung ohne Bedeu­tung, weil sie nach § 51 Abs. 1 Satz 1 StGB grund­sätz­lich auf die zu voll­stre­cken­de Stra­fe ange­rech­net wird 1.

Straf­zu­mes­sung – und die Unter­su­chungs­haft

Auch beim erst­ma­li­gen Voll­zug der Unter­su­chungs­haft kommt eine mil­dern­de Berück­sich­ti­gung nur in Betracht, sofern im Ein­zel­fall beson­de­re Umstän­de hin­zu­tre­ten 2.

Soweit der Tatrich­ter in der Dau­er der Unter­su­chungs­haft (hier: acht Mona­te) und einer "erkenn­ba­ren" Belas­tung für den Ange­klag­ten als Erst­ver­bü­ßer beson­de­re Umstän­de im Sin­ne die­ser Recht­spre­chung gese­hen hat, liegt dies – auch mit Rück­sicht auf § 121 Abs. 1 Satz 1 StPO – noch inner­halb des tatrich­ter­li­chen Beur­tei­lungs­spiel­raums.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 2. Febru­ar 2017 – 4 StR 481/​16

  1. vgl. BGH, Urteil vom 10.10.2013 – 4 StR 258/​13, Rn. 18 [inso­weit in BGHSt 59, 28 und NStZ 2014, 34 nicht abge­druckt]; Urteil vom 20.08.2013 – 5 StR 248/​13, NStZ-RR 2014, 106; Urteil vom 19.05.2010 – 2 StR 102/​10, NStZ 2011, 100 mwN[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 19.12 2013 – 4 StR 302/​13, Rn. 9 [inso­weit in StV 2016, 611 nicht abge­druckt]; Beschluss vom 13.10.2011 – 1 StR 407/​11, NStZ 2012, 147[]