Streit­wert und Gegen­stands­wert im Adhä­si­ons­ver­fah­ren

Nach der für die Bestim­mung des Streit­wer­tes für die Gerichts­kos­ten zugrun­de zu legen­den Nr. 3700 des Kos­ten­ver­zeich­nis­ses zum GKG wird die­ser im Adhä­si­ons­ver­fah­ren nach dem Wert des zuer­kann­ten Anspruchs bestimmt. Dem­ge­gen­über rich­tet sich der Gegen­stands­wert für die Anwalts­ge­büh­ren im Adhä­si­ons­ver­fah­ren gemäß §§ 2 Abs. 1, 23 Abs. 1 RVG, § 48 Abs. 1 Satz 1 GKG nach dem Wert des Streit­ge­gen­stan­des, also bei einem bezif­fer­ten Kla­ge­an­trag nach dem gel­tend gemach­ten Betrag.

Streit­wert und Gegen­stands­wert im Adhä­si­ons­ver­fah­ren

Nach der für die Bestim­mung des Streit­wer­tes für die Gerichts­kos­ten zugrun­de zu legen­den Nr. 3700 des Kos­ten­ver­zeich­nis­ses zum GKG, auf die sich das Land­ge­richt bei der Bestim­mung des Streit­wer­tes bezo­gen hat, wird die Gebühr nach dem Wert des durch das Gericht zuer­kann­ten Anspruchs erho­ben 1, weil das Gericht auch nur inso­weit über den Antrag end­gül­tig ent­schei­den kann und ent­schie­den hat. Wegen des nicht zuge­spro­che­nen Teils des Adhä­si­ons­an­trags ver­bie­tet sich nach § 406 Abs. 1 Satz 3 StPO eine teil­wei­se Kla­ge­ab­wei­sung. Das Gericht hat inso­weit statt­des­sen von einer Ent­schei­dung über den nicht zuge­spro­che­nen Teil abge­se­hen.

Die Fest­le­gung des Streit­wer­tes für die Gerichts­kos­ten beschwert den Ver­tei­di­ger indes nicht. Die Gebüh­ren des Ver­tei­di­gers bemes­sen sich näm­lich nicht nach dem fest­ge­leg­ten Streit­wert für die Gerichts­kos­ten, son­dern nach einem auf Antrag noch fest­zu­le­gen­den Gegen­stands­wert für die anwalt­li­che Tätig­keit (§ 33 Abs. 1 RVG).

Fal­len die Gegen­stands­wer­te der gericht­li­chen und der anwalt­li­chen Tätig­keit aus­ein­an­der, so ist der Gegen­stand­wert für die anwalt­li­che Tätig­keit geson­dert zu bestim­men, wobei die Bestim­mung des Gegen­stands­wer­tes für die Anwalts­ge­bühr durch das Gericht einen Antrag des Rechts­an­walts vor­aus­setzt, § 33 Abs. 1 RVG.

Die Gegen­stands­wer­te der gericht­li­chen und anwalt­li­chen Tätig­keit fal­len hier im Adhä­si­ons­ver­fah­ren aus­ein­an­der. Im Gegen­satz zu dem Streit­wert für die Gerichts­kos­ten rich­tet sich der Gegen­stands­wert für die Anwalts­ge­büh­ren gemäß §§ 2 Abs. 1, 23 Abs. 1 RVG, § 48 Abs. 1 Satz 1 GKG nicht nach dem Wert des durch das Gericht zuer­kann­ten Anspruchs, son­dern nach dem Wert des Streit­ge­gen­stan­des; bei einem bezif­fer­ten Kla­ge­an­trag bestimmt der gel­tend gemach­te Betrag den Gegen­stands­wert. Für die Bestim­mung des Gegen­stands­wer­tes für die Anwalts­ge­büh­ren ist im Adhä­si­ons­ver­fah­ren mit­hin der Adhä­si­ons­an­trag maß­geb­lich 2.

Ober­lan­des­ge­richt Cel­le, Beschluss vom 19. Febru­ar 2014 – 2 Ws 19/​14

  1. Hart­mann, Kos­ten­ge­set­ze, 43. Auf­la­ge, 3700 KV-GKG Rn. 2[]
  2. OLG Karls­ru­he, NStZ-RR 2011, 390, Hart­mann, a. a. O. 4143 VV-RVG Rn. 13[]