Sub­si­diä­rer BTM-Besitz

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs tritt der Besitz von Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge zurück gegen­über sons­ti­gen Bege­hens­wei­sen, die zu Ver­bre­chen erho­ben wur­den und in § 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG auf­ge­führt sind, sowie gegen­über Straf­ta­ten, die seit jeher als Ver­bre­chen ein­ge­stuft waren oder mit einer höhe­ren Min­dest­stra­fe bedroht sind, wie etwa die Ein­fuhr von Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge nach § 30 Abs. 1 Nr. 4 BtMG1.

Sub­si­diä­rer BTM-Besitz

Die­se Recht­spre­chung beruht auf der im Betäu­bungs­mit­tel­straf­recht ein­hel­lig ver­tre­te­nen Auf­fas­sung, dass der Tat­mo­da­li­tät des Besit­zes einer nicht gerin­gen Men­ge, mit der der abs­trak­ten Gefahr der Wei­ter­ga­be von Betäu­bungs­mit­teln an Drit­te Rech­nung getra­gen wer­den soll, die von einer sol­chen Men­ge aus­geht2, gegen­über den genann­ten Delik­ten ledig­lich die Funk­ti­on eines Auf­fang­tat­be­stan­des zukommt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 28. Janu­ar 2016 – 3 StR 534/​15

  1. vgl. etwa BGH, Beschlüs­se vom 25.06.2013 – 1 StR 284/​13 3; vom 25.11.2009 – 2 StR 344/​09, NStZ-RR 2010, 119; vom 05.12 2008 – 2 StR 491/​08 3; vom 11.11.2008 – 4 StR 434/​08, NStZ-RR 2009, 121; Urtei­le vom 03.04.2008 – 3 StR 60/​08, NStZ 2008, 471; vom 06.11.2003 – 4 StR 270/​03, NStZ-RR 2004, 88, 89; vgl. auch Weber, BtMG, 4. Aufl., § 29a Rn.196 f.; Körner/​Patzak/​Volkmer, BtMG, 8. Aufl., § 30 Rn.209 []
  2. vgl. Weber aaO, Rn. 51 mwN []