Suk­zes­si­ve Mit­tä­ter­schaft

Suk­zes­si­ve Mit­tä­ter­schaft kommt in Betracht, wenn ein Täter in Kennt­nis und mit Bil­li­gung des bis­her Gesche­he­nen – selbst bei Abwei­chun­gen vom ursprüng­li­chen Tat­plan in wesent­li­chen Punk­ten – in eine bereits begon­ne­ne Aus­füh­rungs­hand­lung ein­tritt [1].

Suk­zes­si­ve Mit­tä­ter­schaft

Sein Ein­ver­ständ­nis bezieht sich dann auf die Gesamt­tat mit der Fol­ge, dass ihm die gesam­te Tat zuge­rech­net wer­den kann [2].

Dass alle Mit­tä­ter bei der Aus­füh­rung der schwe­ren Miss­hand­lun­gen anwe­send waren und die­se mit­be­ka­men, reicht für die Begrün­dung suk­zes­si­ver Mit­tä­ter­schaft nicht aus [3].

Aller­dings ist zu prü­fen, ob wei­te­re Tat­hand­lun­gen, die zu einer Ver­tie­fung der Gewalt­hand­lun­gen geführt haben kön­nen (Fes­se­lung, Ver­brin­gen an das Ende des Wald­wegs), als Grund­la­ge für die Annah­me des Han­delns eines oder meh­re­rer Ange­klag­ten in suk­zes­si­ver Mit­tä­ter­schaft in Betracht kom­men.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 14. Janu­ar 2016 – 4 StR 72/​15

  1. vgl. dazu aber auch BGH, Urteil vom 27.01.2011 – 4 StR 502/​10, NStZ 2011, 699, Rn. 38[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 18.12 2007 aaO[]
  3. BGH, Beschluss vom 14.02.2012 – 3 StR 446/​11, NStZ 2012, 379, 380[]