Suk­zes­si­ve Mit­tä­ter­schaft – und das Ein­ver­ständ­nis mit der Gesamt­tat

Zwar kann einem Mit­tä­ter das Han­deln eines ande­ren Mit­tä­ters, das über das gemein­sam Gewoll­te hin­aus­geht, nicht zuge­rech­net wer­den. Dabei ist jedoch zu beach­ten, dass die Zurech­nung kei­ne ins Ein­zel­ne gehen­de Vor­stel­lung von den Hand­lun­gen des ande­ren Tat­be­tei­lig­ten erfor­dert.

Suk­zes­si­ve Mit­tä­ter­schaft – und das Ein­ver­ständ­nis mit der Gesamt­tat

Regel­mä­ßig wer­den die Hand­lun­gen des ande­ren Tat­be­tei­lig­ten, mit denen nach den Umstän­den des Fal­les gerech­net wer­den muss­te; vom Wil­len des Mit­tä­ters umfasst, auch wenn er sie sich nicht beson­ders vor­ge­stellt hat. Eben­so ist er für jede Aus­füh­rungs­art einer von ihm gebil­lig­ten Straf­tat ver­ant­wort­lich, wenn er mit der Hand­lungs­wei­se sei­nes Tat­ge­nos­sen ein­ver­stan­den oder sie ihm zumin­dest gleich­gül­tig war 1.

Suk­zes­si­ve Mit­tä­ter­schaft kommt in Betracht, wenn ein Täter in Kennt­nis und mit Bil­li­gung des bis­her Gesche­he­nen – selbst bei Abwei­chun­gen vom ursprüng­li­chen Tat­plan in wesent­li­chen Punk­ten – in eine bereits begon­ne­ne Aus­füh­rungs­hand­lung ein­tritt und er sich mit dem ande­ren vor Been­di­gung der Tat zu gemein­schaft­li­cher wei­te­rer Aus­füh­rung ver­bin­det.

Sein Ein­ver­ständ­nis bezieht sich dann auf die Gesamt­tat mit der Fol­ge, dass ihm die gesam­te Tat zuge­rech­net wer­den kann 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 28. April 2016 – 4 StR 563/​15

  1. st. Rspr.; vgl. BGH, Urtei­le vom 05.08.2010 – 3 StR 210/​10; vom 26.04.2012 – 4 StR 51/​12, NStZ 2012, 563; vom 19.03.2013 – 5 StR 575/​12, NStZ 2013, 400[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 18.12 2007 – 1 StR 301/​07, NStZ 2008, 280, 281; vom 14.02.2012 – 3 StR 446/​11, NStZ 2012, 379, 380; vom 22.05.2013 – 2 StR 14/​13, NStZ-RR 2014, 73; Urteil vom 14.01.2016 – 4 StR 72/​15, NStZ 2016, 211, 214 Rn.20[]