Täter­schaft oder Teil­nah­me – und der Beur­tei­lungs­spiel­raum des Rich­ters

Bei der Ent­schei­dung, ob Mit­tä­ter­schaft oder Bei­hil­fe vor­liegt, steht dem Tatrich­ter ein Beur­tei­lungs­spiel­raum zu.

Täter­schaft oder Teil­nah­me – und der Beur­tei­lungs­spiel­raum des Rich­ters

Ent­hal­ten die Urteils­grün­de eine hin­rei­chen­de Dar­le­gung aller maß­geb­li­chen Gesichts­punk­te, ist die Beja­hung mit­tä­ter­schaft­li­cher Tat­be­ge­hung durch den Tatrich­ter vom Revi­si­ons­ge­richt daher selbst dann hin­zu­neh­men, wenn im Ein­zel­fall eine ande­re Beur­tei­lung mög­lich gewe­sen wäre [1].

Dabei wer­den für die „Dar­le­gung aller maß­geb­li­chen Gesichts­punk­te“ zwar häu­fig schon die Urteils­fest­stel­lun­gen aus­rei­chen. Eine aus­drück­li­che Begrün­dung zur (ange­nom­me­nen) Mit­tä­ter­schaft ist aber unver­zicht­bar, wenn sich die­se Bewer­tung aus den tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen nicht ohne wei­te­res ergibt [2].

Die blo­ße Beglei­tung und das Dabei­sein recht­fer­tigt jedoch die Annah­me einer Hil­fe­leis­tung durch den Ange­klag­ten nicht [3]. Auch die Absi­che­rung des Trans­ports stellt in der Regel nur eine Bei­hil­fe­hand­lung dar [4].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 1. März 2016 – 4 StR 47/​16

  1. vgl. BGH, Urteil vom 25.03.2010 – 4 StR 522/​09, NStZ-RR 2010, 236 mwN[]
  2. vgl. etwa BGH, Beschluss vom 09.07.2003 – 2 StR 134/​03[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 31.05.2012 – 3 StR 178/​12, Stra­Fo 2012, 331[]
  4. vgl. BGH, Beschluss vom 19.03.2013 – 3 StR 7/​13[]