Täter­schaft und Teil­nah­me bei der BTM-Ein­fuhr

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist es nicht erfor­der­lich, dass der Täter der Ein­fuhr die Betäu­bungs­mit­tel eigen­hän­dig ins Inland ver­bringt.

Täter­schaft und Teil­nah­me bei der BTM-Ein­fuhr

Viel­mehr kann auch der­je­ni­ge, der die Betäu­bungs­mit­tel nicht selbst nach Deutsch­land trans­por­tiert, (Mit)Täter der Ein­fuhr des unmit­tel­bar han­deln­den Täters sein. Vor­aus­set­zung ist aber, dass er dabei einen Tat­bei­trag erbringt, der sich bei wer­ten­der Betrach­tung nicht bloß als För­de­rung frem­den Tuns, son­dern als Teil der zur Tat­be­stands­ver­wirk­li­chung füh­ren­den Tätig­keit aller Mit­wir­ken­den dar­stellt, und die Tat­hand­lun­gen der ande­ren als Ergän­zung sei­nes eige­nen Tat­an­teils erschei­nen lässt.

Wesent­li­che in eine wer­ten­de Gesamt­be­trach­tung ein­zu­be­zie­hen­de Anhalts­punk­te für die Täter­schaft sind dabei der Grad sei­nes Tat­in­ter­es­ses, der Umfang der Tat­be­tei­li­gung, die Tat­herr­schaft und der Wil­le dazu.

Ent­schei­den­der Bezugs­punkt bei allen die­sen Merk­ma­len ist der Ein­fuhr­vor­gang selbst1.

Auch der im Inland auf­häl­ti­ge Emp­fän­ger von Betäu­bungs­mit­teln aus dem Aus­land kann wegen täter­schaft­li­cher Ein­fuhr von Betäu­bungs­mit­teln straf­bar sein, wenn er sie durch Drit­te über die Gren­ze brin­gen lässt und dabei mit Täter­wil­len die Tat­be­stands­ver­wirk­li­chung för­dern­de Bei­trä­ge leis­tet.

Hat der Emp­fän­ger hin­ge­gen kei­nen Ein­fluss auf den Ein­fuhr­vor­gang und war­tet nur dar­auf, dass der Lie­fe­rant ihm die ein­ge­führ­ten Betäu­bungs­mit­tel bringt, kann er sich zwar im Hin­blick auf die Bestel­lung des Rausch­gifts wegen Han­del­trei­bens mit Betäu­bungs­mit­teln straf­bar machen; die blo­ße Bereit­schaft zur Ent­ge­gen­nah­me der ein­ge­führ­ten Betäu­bungs­mit­tel begrün­det aber weder die Stel­lung als Mit­tä­ter noch als Gehil­fe der Ein­fuhr2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 15. März 2017 – 2 StR 23/​16

  1. BGH, Beschluss vom 02.06.2015 – 4 StR 144/​15; Beschluss vom 25.02.2015 – 4 StR 16/​15, NStZ 2015, 346; Beschluss vom 31.03.2015 – 3 StR 630/​14, Stra­Fo 2015, 259, 260; Beschluss vom 27.05.2014 – 3 StR 137/​14; Beschluss vom 11.07.1991 – 1 StR 357/​91, BGHSt 38, 32, 33 mwN
  2. BGH, Beschluss vom 30.06.2016 – 3 StR 221/​16; sie­he auch BGH, Urteil vom 19.04.1989 – 2 StR 688/​88, NStZ 1989, 436