Täter­schaft und Teil­nah­me im Betäu­bungs­mit­tel­straf­recht

Für die Abgren­zung von Täter­schaft und Teil­nah­me gel­ten auch im Betäu­bungs­mit­tel­recht die Grund­sät­ze des all­ge­mei­nen Straf­rechts.

Täter­schaft und Teil­nah­me im Betäu­bungs­mit­tel­straf­recht

Beschränkt sich die Betei­li­gung des Täters am Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln auf einen Teil­akt des Umsatz­ge­schäfts, kommt es nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs maß­geb­lich dar­auf an, wel­che Bedeu­tung der kon­kre­ten Betei­li­gungs­hand­lung im Rah­men des Gesamt­ge­schäfts zukommt 1.

Erschöpft sich die Tätig­keit im blo­ßen Trans­port von Betäu­bungs­mit­teln, besteht in der Regel auch dann kei­ne täter­schaft­li­che Gestal­tungs­mög­lich­keit, wenn Hand­lungs­spiel­räu­me hin­sicht­lich der Art und Wei­se des Trans­ports ver­blei­ben, sodass von einer Bei­hil­fe aus­zu­ge­hen ist.

Ande­res kann nur gel­ten, wenn der Betei­lig­te erheb­li­che, über den rei­nen Trans­port hin­aus­ge­hen­de Tätig­kei­ten ent­fal­tet, am An- und Ver­kauf des Rausch­gifts unmit­tel­bar betei­ligt ist oder sonst ein eige­nes Inter­es­se am wei­te­ren Schick­sal des Gesamt­ge­schäfts hat, weil er eine Betei­li­gung am Umsatz oder dem zu erzie­len­den Gewinn erhal­ten soll 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 1. Okto­ber 2015 – 3 StR 287/​15

  1. BGH, Urteil vom 28.02.2007 – 2 StR 516/​06, BGHSt 51, 219, 221 ff.; Beschluss vom 07.08.2007 – 3 StR 326/​07, NStZ 2008, 40; Urteil vom 05.05.2011 – 3 StR 445/​10, StV 2012, 287, 288; Beschluss vom 22.08.2012 – 4 StR 272/​12, NStZ-RR 2012, 375[]
  2. BGH, Beschluss vom 22.08.2012 – 4 StR 272/​12, NStZ-RR 2012, 375 mwN[]