Täter­schaft und Teil­nah­me – und ihre Abgren­zung im Betäu­bungs­mit­tel­recht

Für die Abgren­zung von Täter­schaft und Teil­nah­me gel­ten auch im Betäu­bungs­mit­tel­recht die Grund­sät­ze des all­ge­mei­nen Straf­rechts.

Täter­schaft und Teil­nah­me – und ihre Abgren­zung im Betäu­bungs­mit­tel­recht

Wesent­li­che Anhalts­punk­te für die Beur­tei­lung, ob ein Tat­be­tei­lig­ter beim uner­laub­ten Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln Mit­tä­ter oder nur Gehil­fe ist, sind ins­be­son­de­re der Grad des eige­nen Inter­es­ses am Erfolg, der Umfang der Tat­be­tei­li­gung und die Tat­herr­schaft oder wenigs­tens der Wil­le dazu, so dass Durch­füh­rung und Aus­gang der Tat maß­geb­lich auch vom Wil­len des Tat­be­tei­lig­ten abhän­gen 1.

Beschränkt sich die Betei­li­gung des Täters am Han­del­trei­ben mit Betäu­bungs­mit­teln auf einen Teil­akt des Umsatz­ge­schäfts, kommt es dar­auf an, wel­che Bedeu­tung der kon­kre­ten Betei­li­gungs­hand­lung im Rah­men des Gesamt­ge­schäfts zukommt 2.

Damit ist nicht Täter, von wes­sen Wil­len Durch­füh­rung und Aus­gang der Tat nicht maß­geb­lich abhän­gen, weil er auf die Ver­ein­ba­rung von Art und Men­ge des Rausch­gif­tes, die Preis­ge­stal­tung und die Bestim­mung der nähe­ren Umstän­de der Geschäfts­ab­wick­lung (Zeit, Ort, Trans­port­mo­da­li­tä­ten etc.) ersicht­lich kei­nen Ein­fluss hat und des­sen Tätig­keit auf den Voll­zug (Geld­trans­fer) und die Über­wa­chung (hier: Über­ga­be des Rausch­gifts durch den Kurier) bereits fest­ge­leg­ter Teil­ak­te beschränkt ist, ohne dass er hier­bei rele­van­te Hand­lungs­spiel­räu­me hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 3. Novem­ber 2015 – 4 StR 407/​15

  1. BGH, Urteil vom 05.05.2011 – 3 StR 445/​10, BGHR BtMG § 29 Abs. 1 Nr. 1 Han­del­trei­ben 77; Urteil vom 14.12 2006 – 4 StR 421/​06, NStZ 2007, 288[]
  2. BGH, Beschluss vom 01.10.2015 – 3 StR 287/​15; Beschluss vom 22.08.2012 – 4 StR 272/​12, NStZ-RR 2012, 375 mwN[]