Tat­be­tei­li­gung an einer Delikts­se­rie – und die Hand­lungs­ein­heit

Hat bei einer durch meh­re­re Per­so­nen aus­ge­führ­ten Delikts­se­rie ein Tat­be­tei­lig­ter einen Bei­trag zum Auf­bau oder zur Auf­recht­erhal­tung einer auf die Bege­hung von Straf­ta­ten aus­ge­rich­te­ten Struk­tur erbracht, sind Ein­zel­ta­ten zu einem unei­gent­li­chen Orga­ni­sa­ti­ons­de­likt zusam­men­zu­fas­sen, durch wel­ches sie für den im Hin­ter­grund Täti­gen zu einer Tat im Sin­ne des § 52 Abs. 1 StGB zusam­men­ge­führt wer­den.

Tat­be­tei­li­gung an einer Delikts­se­rie – und die Hand­lungs­ein­heit

Von die­ser Hand­lungs­ein­heit aus­ge­nom­men sind nur die Ein­zel­de­lik­te, an denen der Täter indi­vi­du­ell mit­ge­wirkt hat. Die­se sind ihm tat­mehr­heit­lich zuzu­rech­nen 1.

Die ein­heit­li­che Tat des Orga­ni­sa­ti­ons­de­likts bil­det aber auch eine Tat im pro­zes­sua­len Sinn, die durch Ankla­ge­er­he­bung der Kogni­ti­on des Gerichts gemäß § 264 Abs. 1 StGB unter­wor­fen wird.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 29. Juni 2016 – 2 StR 520/​15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 29.07.2009 – 2 StR 160/​09, NStZ 2010, 103 f.; Beschluss vom 14.10.2014 – 3 StR 365/​14, NStZ 2015, 334; Beschluss vom 03.03.2016 – 4 StR 134/​15; Beschluss vom 04.05.2016 – 3 StR 358/​15[]