Tat­ein­heit mit­tels fal­schen Auto-Kennzeichens

Nach der Recht­spre­chung stel­len das in der Anbrin­gung eines für ein ande­res Fahr­zeug aus­ge­ge­be­nen amt­li­chen Kenn­zei­chens lie­gen­de Her­stel­len einer unech­ten Urkun­de gemäß § 267 Abs. 1 1. Fall StGB und das in der sich anschlie­ßen­den – auch mehr­fa­chen – Nut­zung des Fahr­zeugs im öffent­li­chen Stra­ßen­ver­kehr zu sehen­de Gebrauch­ma­chen von einer unech­ten Urkun­de gemäß § 267 Abs. 1 3. Fall StGB eine tat­be­stand­li­che Hand­lungs­ein­heit und damit eine Urkun­den­fäl­schung dar, wenn die­se Art der Nut­zung – wie hier – dem schon bei der Fäl­schung bestehen­den Gesamt­vor­satz des Täters entspricht.

Tat­ein­heit mit­tels fal­schen Auto-Kennzeichens

Das jeweils tat­ein­heit­li­che Zusam­men­tref­fen wei­te­rer, auf der Fahrt began­ge­ner Delik­te mit der ein­heit­li­chen Urkun­den­fäl­schung hat dann zur Fol­ge, dass sämt­li­che Geset­zes­ver­stö­ße zu einer Tat im mate­ri­ell-recht­li­chen Sin­ne ver­klam­mert wer­den [1].

Dabei steht die Urkun­den­fäl­schung im Wege der natür­li­chen Hand­lungs­ein­heit auch mit dem Dieb­stahl der Kenn­zei­chen in Tat­ein­heit [2].

Der Umstand, dass es teil­wei­se zu erheb­li­chen Fahrt­un­ter­bre­chun­gen kam, stellt die­se Bewer­tung nicht in Fra­ge, zumal die Urkun­den­fäl­schung in der Vari­an­te des § 267 Abs. 1 3. Fall StGB in die­ser Zeit fortdauerte.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. Okto­ber 2020 – 4 StR 364/​20

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 08.07.2020 – 4 StR 72/​20, Rn. 7; Beschluss vom 23.08.2017 – 1 StR 173/​17, NJW 2018, 87, Rn. 24 m. Anm. Hoven; Beschluss vom 21.05.2015 – 4 StR 164/​15, DAR 2015, 702, Tz. 10; Beschluss vom 28.01.2014 – 4 StR 528/​13, NJW 2014, 871, Rn. 5 mwN[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 28.01.2014 – 4 StR 528/​13, NJW 2014, 871, Rn. 6[]

Bild­nach­weis: