Tat­ein­heit und Tat­mehr­heit bei der gemein­schaft­lich began­ge­nen Delikt­se­rie

Bei einer Delikt­se­rie ist für jeden Betei­lig­ten geson­dert zu prü­fen, ob die ein­zel­nen Straf­ta­ten in sei­ner Per­son tat­ein­heit­lich oder tat­mehr­heit­lich zusam­men­tref­fen.

Tat­ein­heit und Tat­mehr­heit bei der gemein­schaft­lich began­ge­nen Delikt­se­rie

Leis­tet ein Betei­lig­ter für alle oder eini­ge Ein­zel­ta­ten einen indi­vi­du­el­len, nur je die­se för­dern­den Tat­bei­trag, so sind ihm die­se Taten – soweit nicht natür­li­che Hand­lungs­ein­heit vor­liegt – als tat­mehr­heit­lich began­gen zuzu­rech­nen.

Erbringt er dage­gen im Vor­feld oder wäh­rend des Laufs der Delikt­se­rie Tat­bei­trä­ge, durch die meh­re­re Ein­zel­de­lik­te ande­rer Betei­lig­ter gleich­zei­tig geför­dert wer­den, so sind ihm die­se als tat­ein­heit­lich began­gen zuzu­rech­nen, da sie in sei­ner Per­son durch den ein­heit­li­chen Tat­bei­trag zu einer Hand­lung im Sin­ne des § 52 Abs. 1 StGB ver­knüpft wer­den.

Ob die ande­ren Betei­lig­ten die ein­zel­nen Delik­te nach obi­gen Grund­sät­zen ihrer­seits gege­be­nen­falls tat­mehr­heit­lich began­gen haben, ist dem­ge­gen­über ohne Bedeu­tung 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. Okto­ber 2017 – 2 StR 102/​17

  1. st. Rspr., BGH, Beschluss vom 13.05.2003 – 3 StR 128/​03, NStZ-RR 2003, 265; BGH, Urteil vom 17.06.2004 – 3 StR 344/​03, BGHSt 49, 177189, 182 f.[]