Tat­zu­rech­nun­gen in der Ban­de

Schlie­ßen sich meh­re­re Täter zu einer Ban­de zusam­men, um fort­ge­setzt Dieb­stäh­le nach § 242 Abs. 1, § 244a Abs. 1 StGB zu bege­hen, hat dies nicht zur Fol­ge, dass jede von einem der Ban­den­mit­glie­der auf­grund der Ban­den­ab­re­de began­ge­ne Tat den ande­ren Ban­den­mit­glie­dern ohne Wei­te­res als gemein­schaft­lich began­ge­ne Straf­tat im Sin­ne des § 25 Abs. 2 StGB zuge­rech­net wer­den kann.

Tat­zu­rech­nun­gen in der Ban­de

Viel­mehr ist für jede ein­zel­ne Tat nach den all­ge­mei­nen Kri­te­ri­en fest­zu­stel­len, ob sich die ande­ren Ban­den­mit­glie­der hier­an als Mit­tä­ter, Anstif­ter oder Gehil­fen betei­ligt oder ob sie gege­be­nen­falls über­haupt kei­nen straf­ba­ren Tat­bei­trag geleis­tet haben.

Die Abgren­zung zwi­schen Mit­tä­ter­schaft an bzw. Bei­hil­fe zu der jewei­li­gen Ein­zel­tat ist in wer­ten­der Betrach­tung unter Berück­sich­ti­gung aller Umstän­de vor­zu­neh­men, die von der Vor­stel­lung des jewei­li­gen Ban­den­mit­glieds umfasst sind.

Maß­geb­lich sind dabei ins­be­son­de­re sein Inter­es­se an der Durch­füh­rung der Tat sowie der Umfang sei­ner Tat­herr­schaft oder jeden­falls sein Wil­le Tat­herr­schaft aus­zu­üben, d.h. ob objek­tiv oder jeden­falls aus sei­ner Sicht die Aus­füh­rung der Tat wesent­lich von sei­ner Mit­wir­kung abhängt 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 9. Febru­ar 2016 – 3 StR 538/​15

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 13.05.2003 – 3 StR 128/​03, NStZ-RR 2003, 265, 267; vom 24.07.2008 – 3 StR 243/​08, StV 2008, 575[]