(Teil-)Einstellung – und die Ein­zie­hung

Die Anord­nung der Ein­zie­hung kann nicht auf § 73 Abs. 1 StGB gestützt wer­den, wenn die Tat, durch die oder für die etwas erlangt wor­den ist, nach § 154 ABs. 2 StPO ein­ge­stellt wur­de.

(Teil-)Einstellung – und die Ein­zie­hung

Sie ist nach der Ver­fah­rens­ein­stel­lung gemäß § 154 Abs. 2 StPO nicht Gegen­stand der Ver­ur­tei­lung 1.

Aller­dings kön­nen inso­weit die Vor­aus­set­zun­gen des § 73a Abs. 1 StGB vor­lie­gen, so etwa, wenn das Geld aus dem Betäu­bungs­mit­tel­han­del des Ange­klag­ten stammt, ohne dass die Zuord­nung zu einer oder meh­re­ren kon­kret nach­weis­ba­ren Taten mög­lich wäre 2.

Im Übri­gen sind infol­ge der teil­wei­sen Ein­stel­lung des Ver­fah­rens nach § 154 Abs. 2 StPO die Taten, deren Objek­te (§ 33 Satz 1 BtMG i.V.m. § 74 Abs. 2 StGB) die sicher­ge­stell­ten Betäu­bungs­mit­tel waren und für die die auf­ge­fun­de­nen Gegen­stän­de als Tat­mit­tel (§ 74 Abs. 1 StGB) ver­wen­det wur­den, nicht Gegen­stand der Ver­ur­tei­lung. Eine Ein­zie­hung kam danach nur noch im selb­stän­di­gen Ver­fah­ren nach § 76a Abs. 1, Abs. 3 StGB in Betracht 3. Dazu hät­te aber die Staats­an­walt­schaft ihren auf eine selb­stän­di­ge Ein­zie­hung gerich­te­ten Wil­len durch einen ent­spre­chen­den Antrag nach § 435 Abs. 1 Satz 1 StPO kund­tun müs­sen 4.

Dies war im hier ent­schie­de­nen Fall jedoch nicht gesche­hen: Die Staats­an­walt­schaft hat weder eine Antrags­schrift im Sin­ne von § 435 Abs. 1 und Abs. 2 StPO ein­ge­reicht noch hat sie in der Haupt­ver­hand­lung einen münd­li­chen Antrag auf einen Wech­sel in das selb­stän­di­ge Ein­zie­hungs­ver­fah­ren gestellt, der den Anfor­de­run­gen des § 435 Abs. 2 StPO genügt. Soweit sie in ihrem Schluss­vor­trag eine Ein­zie­hung der sicher­ge­stell­ten Gegen­stän­de und Betäu­bungs­mit­tel bean­tragt hat, lässt sich dem weder der Wil­lens­ent­schluss zur Durch­füh­rung des selb­stän­di­gen Ein­zie­hungs­ver­fah­rens noch ent­neh­men, dass sie sich des ihr inso­weit zuste­hen­den Ermes­sens (§ 435 Abs. 1 Satz 1 und 2 StPO) bewusst war und die­ses aus­ge­übt hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 8. Novem­ber 2018 – 4 StR 297/​18

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 07.04.2016 – 1 StR 632/​15, BGHR StGB § 73d Anwen­dungs­be­reich 4; Beschluss vom 28.03.1979 – 2 StR 700/​78, BGHSt 28, 369, 370; wei­te­re Nach­wei­se bei Joecks in MünchKomm-.z.StGB, 3. Aufl., § 73 Rn. 24[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 07.04.2016 – 1 StR 632/​15, BGHR StGB § 73d Anwen­dungs­be­reich 4; Beschluss vom 08.08.2013 – 3 StR 226/​13, NStZ 2014, 82 mwN[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 07.01.2003 – 3 StR 421/​02, NStZ 2003, 422[]
  4. vgl. Köh­ler in MeyerGoßner/​Schmitt, StPO, 61. Aufl., § 435 Rn.19; KKStPO/​Schmidt, 7. Aufl., § 440 Rn. 15; BeckOKStPO/​Temming, 30. Edi­ti­on, § 435 Rn. 11; vgl. dazu auch BGH, Urteil vom 21.06.1990 – 1 StR 477/​89, BGHSt 37, 55, 69; Urteil vom 23.07.1969 – 3 StR 326/​68, BGHSt 23, 64, 66 ff.; BT-Drs. 18/​9525, S. 91[]