(Teil-)Einstellung wegen Ver­jäh­rung – und die Beschwer des Angeklagten

Wird das Ver­fah­ren wegen einer feh­len­den Ver­fah­rens­vor­aus­set­zung oder eines nicht beheb­ba­ren Ver­fah­rens­hin­der­nis­ses end­gül­tig ein­ge­stellt, so ist der Ange­klag­te grund­sätz­lich nicht beschwert1.

(Teil-)Einstellung wegen Ver­jäh­rung – und die Beschwer des Angeklagten

Eine Aus­nah­me besteht nur im Fal­le der Frei­spruch­rei­fe, da die frei­spre­chen­de Sach­ent­schei­dung Vor­rang vor der Ein­stel­lung hat.

Der Ange­klag­te ist daher beschwert, wenn das Gericht das Ver­fah­ren ein­stellt, obwohl es nach der bestehen­den Ver­fah­rens­la­ge ohne wei­te­res auf Frei­spruch hät­te erken­nen kön­nen2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 30. März 2021 – 3 StR 474/​19

  1. vgl. BGH, Urteil vom 04.05.2011 – 2 StR 524/​10, BGHR StPO § 333 Beschwer 4 Rn. 3 mwN[]
  2. s. BGH, Beschluss vom 05.06.2007 – 5 StR 383/​06, NJW 2007, 3010, 3011; LR/​Jesse, StPO, 26. Aufl., Vor § 296 Rn. 69; Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt, StPO, 63. Aufl., Vor § 296 Rn. 14, § 260 Rn. 44 mwN[]