Teils Dea­ler – teils Eigen­ver­brauch

Im Rah­men des § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG kommt es für die Annah­me des Han­del­trei­bens mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge nicht allein auf die Gesamt­men­ge an, wenn die­se teils zur gewinn­brin­gen­den Wei­ter­ver­äu­ße­rung, teils zum Eigen­kon­sum dient.

Teils Dea­ler – teils Eigen­ver­brauch

Dies gilt auch, sofern das Betäu­bungs­mit­tel zuvor in einem Akt in nicht gerin­ger Men­ge erwor­ben wur­de.

Das als Beleg für die gegen­tei­li­ge Rechts­an­sicht in Bezug genom­me­ne Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs vom 10.04.1996 1 bezieht sich nur auf die durch Mit­füh­ren von Waf­fen qua­li­fi­zier­ten Hand­lungs­va­ri­an­ten der Ein­fuhr, Aus­fuhr und des Sich-Ver­schaf­fens von Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge, nicht jedoch auf die Alter­na­ti­ve des Han­del­trei­bens als sol­che.

Bei einer Ver­ur­tei­lung wegen Han­del­trei­bens mit Betäu­bungs­mit­teln ist es zur Bestim­mung des jewei­li­gen Schuld­um­fangs viel­mehr erfor­der­lich, in den Fäl­len, in denen der Täter die Betäu­bungs­mit­tel teils zum Eigen­ver­brauch, teils zum gewinn­brin­gen­den Wei­ter­ver­kauf erwor­ben hat, den Eigen­ver­brauchs­an­teil zu bestim­men 2.

Bei einer Ver­ur­tei­lung wegen Han­del­trei­bens mit Betäu­bungs­mit­teln ist es zur Bestim­mung des jewei­li­gen Schuld­um­fangs viel­mehr erfor­der­lich, in den Fäl­len, in denen der Täter die Betäu­bungs­mit­tel teils zum Eigen­ver­brauch, teils zum gewinn­brin­gen­den Wei­ter­ver­kauf erwor­ben hat, den Eigen­ver­brauchs­an­teil zu bestim­men 2.

Wur­de das Mari­hua­na in meh­re­ren Teil­ak­ten erwor­ben, kann auch dann, wenn ledig­lich der Dro­gen­vor­rat wie­der auf­ge­füllt wur­de, nicht von einer Tat im Sin­ne des § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG aus­ge­gan­gen wer­den. wer­den. Denn die Annah­me einer ein­heit­li­chen Tat im Sin­ne einer Bewer­tungs­ein­heit setzt vor­aus, dass sämt­li­che Betäu­bungs­mit­tel Gegen­stand des­sel­ben Güter­um­sat­zes waren, etwa indem der Ange­klag­te sie gleich­zei­tig zum Zwe­cke gewinn­brin­gen­der Wei­ter­ver­äu­ße­rung erwor­ben hat­te. Dies ist beim wie­der­hol­ten Rausch­gif­ter­werb zum Wei­ter­ver­kauf in Klein­men­gen grund­sätz­lich nicht der Fall 3.

Allein der gleich­zei­ti­ge Besitz meh­re­rer Dro­gen­men­gen ver­bin­det die hier­auf bezo­ge­nen Hand­lun­gen nicht zu einer Tat des uner­laub­ten Han­del­trei­bens 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 5. April 2017 – 5 StR 61/​17

  1. BGH, Urteil vom 10.04.1996 – 3 StR 5/​96, BGHSt 42, 123[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 27.04.2014 – 3 StR 116/​04, StV 2004, 602[][]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 29.06.2016 – 2 StR 586/​15, NStZ-RR 2016, 345 mwN[]
  4. vgl. BGH, Beschluss vom 20.02.2008 – 2 StR 619/​07, NStZ 2008, 470[]