Tele­fon­über­wa­chung und die Lan­des­po­li­zei­ge­set­ze

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat die Bestim­mun­gen des nie­der­säch­si­schen Poli­zei­ge­set­zes über die Tele­fonüber­wa­chung für ver­fas­sungs­wid­rig und nich­tig erklärt.

Tele­fon­über­wa­chung und die Lan­des­po­li­zei­ge­set­ze

Neben den Aus­füh­run­gen zu hand­werk­li­chen Feh­lern des Geset­zes sind ins­be­son­de­re zwei Argu­men­te erwäh­nens­wert: Soweit das nie­der­säch­si­sche Poli­zei­ge­setz vor­sah, daß die Tele­fon­über­wa­chung auch im Vor­feld von Straf­ver­fol­gun­gen erlaubt sei, ist dem Lan­des­ge­setz­ge­ber eine der­ar­ti­ge Rege­lung wegen der bestehen­den Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz des Bun­des, die die­ser in der StPO aus­ge­übt hat, voll­stän­dig ver­wehrt.

Und: Wegen des Risi­kos, dass die Abhör­maß­nah­me Kom­mu­ni­ka­ti­on aus dem Kern­be­reich pri­va­ter Lebens­ge­stal­tung erfasst, istb sie aber allen­falls bei einem beson­ders hohen Rang des gefähr­de­ten Rechts­guts und einer hohen Inten­si­tät der Gefähr­dung hin­zu­neh­men. Fer­ner müs­sen kon­kre­te Anhalts­punk­te auf einen unmit­tel­ba­ren Bezug zur zukünf­ti­gen Bege­hung der Straf­tat schlie­ßen las­sen. Erfor­der­lich sind auch Siche­run­gen, dass Kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­hal­te des höchst­per­sön­li­chen Bereichs nicht ver­wer­tet und dass sie nver­züg­lich gelöscht wer­den, wenn es aus­nahms­wei­se zu ihrer Erhe­bung gekom­men ist. An der­ar­ti­gen Rege­lun­gen aber fehlt es im Gesetz.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Urteil vom 27. Juli 2005 – 1 BvR 668/​04