Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­über­wa­chung – und die EMail-Kon­ten

Unter den Begriff der "Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on" im Sin­ne des § 100a StPO fällt ins­be­son­de­re auch die Nut­zung des Inter­nets im Wege der Inter­net­te­le­fo­nie, des E‑Mail-Ver­kehrs oder all­ge­mein des "Sur­fens" 1.

Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­über­wa­chung – und die EMail-Kon­ten

Daher ist neben der Über­wa­chung der Tele­fon­ge­sprä­che der Beschwer­de­füh­rer auch die Über­wa­chung der E‑Mail-Accounts durch § 100a Abs. 1 StPO gedeckt.

Auch die im hier ent­schie­de­nen Fall nach § 100g Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 StPO aF ange­ord­ne­te Ver­kehrs­da­ten­er­he­bung erweist sich für den Bun­des­ge­richts­hof sich auch im Hin­blick auf die ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken gegen die soge­nann­te Vor­rats­da­ten­spei­che­rung 2 als recht­mä­ßig. Die rich­ter­li­che Anord­nung beschränk­te sich auf die bei dem Tele­fon­an­bie­ter gemäß §§ 96 ff. TKG gespei­cher­ten Daten und bezog sich nicht auf die ver­fas­sungs­recht­lich bedenk­li­che Vor­hal­tung von Ver­kehrs­da­ten gemäß § 113a TKG aF. Einer Befris­tung der rich­ter­li­chen Anord­nung bedurf­te es ent­ge­gen § 100g Abs. 2 Satz 1 aF, § 100b Abs. 1 Satz 4 StPO nicht, weil sich die­se ledig­lich auf die Mit­tei­lung von in der Ver­gan­gen­heit erho­be­nen Daten rich­te­te 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. Janu­ar 2017 – StB 26 und 28/​14

  1. BVerfG, Beschluss vom 06.07.2016 – 2 BvR 1454/​13, NJW 2016, 3508[]
  2. vgl. BVerfG, Urteil vom 02.03.2010 – 1 BvR 256/​08 u.a., BVerfGE 125, 260[]
  3. vgl. KK-Bruns, StPO, 7. Aufl., § 100g Rn. 11[]