Ter­ro­ris­ti­sche Ver­ei­ni­gung

Eine Ver­ei­ni­gung im Sin­ne der §§ 129 ff. StGB ist ein auf gewis­se Dau­er ange­leg­ter, frei­wil­li­ger orga­ni­sa­to­ri­scher Zusam­men­schluss von min­des­tens drei Per­so­nen, die bei Unter­ord­nung des Wil­lens des Ein­zel­nen unter den Wil­len der Gesamt­heit gemein­sa­me Zwe­cke ver­fol­gen und unter sich der­art in Bezie­hung ste­hen, dass sie sich als ein­heit­li­cher Ver­band füh­len 1.

Ter­ro­ris­ti­sche Ver­ei­ni­gung

Eine sol­che Ver­ei­ni­gung wird zur ter­ro­ris­ti­schen, wenn ihre Zwe­cke oder Tätig­keit auf die Bege­hung von Straf­ta­ten gemäß den Kata­lo­gen nach § 129a Abs. 1 und 2 StGB gerich­tet sind.

Die­se Ziel­set­zung muss durch den inter­nen Wil­lens­bil­dungs­pro­zess der Mit­glie­der gedeckt sein; der Grup­pen­wil­le erleich­tert dem Ein­zel­nen die Bege­hung von Straf­ta­ten und drängt das Gefühl per­sön­li­cher Ver­ant­wor­tung zurück, wor­aus sich die ver­ei­ni­gungs­be­zo­ge­ne Gefähr­lich­keit im Sin­ne der in grö­ße­ren Per­so­nen­zu­sam­men­schlüs­sen lie­gen­den typi­schen Eigen­dy­na­mik ergibt 2.

Ein Vor­ge­hen gegen poli­tisch Anders­den­ken­de und Asyl­be­wer­ber, die sich infol­ge­des­sen nicht mehr sicher und geschützt füh­len könn­ten und das so zu einer tief­grei­fen­den Beein­träch­ti­gung der inne­ren Sicher­heit und des Ver­trau­ens in ihre Gewähr­leis­tung führt, erfüllt die Vor­aus­set­zun­gen von § 129a Abs. 2 StGB, zumal, wenn sich die Anschlä­ge in eine Viel­zahl aus­län­der­feind­li­cher Straf­ta­ten im gesam­ten Bun­des­ge­biet ein­rei­hen 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 18. Mai 2016 – StB 11/​16

  1. st. Rspr.; vgl. zuletzt etwa BGH, Beschluss vom 09.07.2015 – 3 StR 537/​14, JZ 2016, 473, 474[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 03.12 2009 – 3 StR 277/​09, BGHSt 54, 216, 229[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 10.01.2006 – 3 StR 263/​05, NJW 2006, 1603, 1604 mwN[]