Tür­ki­sche Wehr­pflicht und deut­sche Straf­ge­walt

Leis­tet ein in Deutsch­land leben­der tür­ki­scher Staats­an­ge­hö­ri­ger nicht sei­nen Wehr­dienst in der Tür­kei, so kann dies in Deutsch­land zu sei­ner Straf­bar­keit füh­ren. Wie das – auf dem Umweg über die Aus­weis­pflich­ten für Aus­län­der – geht, zeigt das Ober­lan­des­ge­richt Cel­le in einer aktu­el­len Ent­schei­dung:

Tür­ki­sche Wehr­pflicht und deut­sche Straf­ge­walt

Macht der Hei­mat­staat die Pas­sertei­lung von der Ableis­tung des Wehr­diens­tes abhän­gig, ist dies für den Antrag­stel­ler grund­sätz­lich eine zumut­ba­re Bemü­hung im Sin­ne von § 48 Abs. 2 Auf­en­thG. Eine ent­spre­chen­de Wei­ge­rung führt daher zur Straf­bar­keit nach § 95 Abs. 1 Nr. 1 Auf­en­thG.

Damit hat das OLG Cel­le sei­ne bis­he­ri­ge, ent­ge­gen­ste­hen­de Recht­spre­chung 1 aus­drück­lich auf­ge­ge­ben.

Ober­lan­des­ge­richt Cel­le, Beschluss vom 8. Sep­tem­ber 2009 – 32 Ss 103/​09

  1. OLG Cel­le, Beschluss vom 25.07.2005 – 22 Ss 26/​05, Stra­Fo 2005, 434[]