Über­lan­ge Ver­fah­rens­dau­er als Straf­zu­mes­sungs­grund

Einer über­durch­schnitt­lich lan­gen Ver­fah­rens­dau­er kommt eine eigen­stän­di­ge straf­mil­dern­de Bedeu­tung zu, wenn sie für den Ange­klag­ten mit beson­de­ren Belas­tun­gen ver­bun­den ist [1].

Über­lan­ge Ver­fah­rens­dau­er als Straf­zu­mes­sungs­grund

Ein gro­ßer zeit­li­cher Abstand zwi­schen Tat und Abur­tei­lung sowie eine lan­ge Ver­fah­rens­dau­er und ihre nach­tei­li­gen Aus­wir­kun­gen auf den Ange­klag­ten stel­len regel­mä­ßig selbst dann gewich­ti­ge Mil­de­rungs­grün­de dar, wenn die­se sach­lich bedingt waren [2].

Das Schwei­gen der Urteils­grün­de hier­zu legt nahe, dass das Tat­ge­richt die­se bestim­men­den Mil­de­rungs­grün­de im Sin­ne des § 267 Abs. 3 Satz 1 StPO in sei­ner Bedeu­tung ver­kannt hat [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 29. Sep­tem­ber 2015 – 2 StR 128/​15

  1. BGH, Beschlüs­se vom 16.06.2009 – 3 StR 173/​09, BGHR StGB § 46 Abs. 2 Ver­fah­rens­ver­zö­ge­rung 20; vom 17.01.2008 – GSSt 1/​07, BGHSt 52, 124, 142[]
  2. BGH, Beschluss vom 21.12 2010 – 2 StR 344/​10, NStZ 2011, 651 mwN[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 16.03.2011 – 5 StR 585/​10, NStZ-RR 2011, 171[]