Über­set­zer im Ermitt­lungs­ver­fah­ren – Zeu­ge im Straf­pro­zess

Das Gericht ist durch Umstand, dass der Über­set­zer im Ermitt­lungs­ver­fah­ren bei der Über­tra­gung auf­ge­zeich­ne­ter Tele­fon­ge­sprä­che in die deut­sche Spra­che als Sach­ver­stän­di­ge tätig war, nicht gehin­dert, sie in der Haupt­ver­hand­lung aus­schließ­lich als Zeu­gen zum Gegen­stand ihrer sinn­li­chen Wahr­neh­mung zu ver­neh­men1.

Über­set­zer im Ermitt­lungs­ver­fah­ren – Zeu­ge im Straf­pro­zess

Dabei hat der Bun­des­ge­richts­hof vor­lie­gend aller­dings nicht ent­schie­den, ob die Grund­sät­ze, die für die Vor­be­rei­tung von Zeu­gen­ver­neh­mun­gen zu in amt­li­cher Eigen­schaft gemach­ten Wahr­neh­mun­gen gel­ten2, auf von der Poli­zei im Ermitt­lungs­ver­fah­ren hin­zu­ge­zo­ge­ne sach­ver­stän­di­ge Hilfs­per­so­nen über­tra­gen wer­den kön­nen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Janu­ar 2016 – 4 StR 376/​15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 09.10.2002 – 5 StR 42/​02, NJW 2003, 150, 151; Trück in Münch­Komm-StPO, § 85 Rn. 15; vgl. auch BGH, Urteil vom 07.05.1965 – 2 StR 92/​65, BGHSt 20, 222, 223 f.; Beschlüs­se vom 15.08.2001 – 3 StR 225/​01, NStZ 2002, 44; vom 18.03.2010 – 3 StR 426/​09, NStZ-RR 2010, 210 [Ls]
  2. vgl. BGH, Urtei­le vom 28.11.1950 – 2 StR 50/​50, BGHSt 1, 4, 8; vom 11.11.1952 – 1 StR 465/​52, BGHSt 3, 281, 283; vom 21.03.2012 – 1 StR 43/​12, NStZ 2012, 521, 522 f.; Schmitt in Mey­er-Goß­ner/­Sch­mitt, StPO, 58. Aufl., § 69 Rn. 8; Ignor/​Bertheau in Löwe/​Rosenberg, StPO, 26. Aufl., § 69 Rn. 9; Fran­ke in Satzger/​Schluckebier/​Widmaier, StPO, 2. Aufl., § 69 Rn. 4