Unech­tes Unter­las­sungs­de­likt, beding­ter Vor­satz – und das vol­un­ta­ti­ve Ele­ment

Beim (beding­ten) Vor­satz ist zwi­schen dem kogni­ti­ven Moment (also der Erkennt­nis, dass der Erfolg mög­lich sei) und dem vol­un­ta­ti­ven Moment (also der inne­ren Ein­stel­lung des Täters, die­se Mög­lich­keit gege­be­nen­falls zu akzep­tie­ren) zu unter­schei­den.

Unech­tes Unter­las­sungs­de­likt, beding­ter Vor­satz – und das vol­un­ta­ti­ve Ele­ment
  • Das kogni­ti­ve Moment umfasst die Erkennt­nis, dass der Erfolg mög­lich sei.
  • das vol­un­ta­ti­ve Moment beschreibt die inne­re Ein­stel­lung des Täters, die­se Mög­lich­keit gege­be­nen­falls zu akzep­tie­ren.

Han­delt es sich um ein unech­tes Unter­las­sungs­de­likt, sind an den beding­ten Vor­satz kei­ne gerin­ge­ren Anfor­de­run­gen zu stel­len als an den Vor­satz eines (akti­ven) Bege­hungs­de­likts. Die Erkennt­nis der Mög­lich­keit der Voll­endung ist daher auch hier nur ein Ele­ment des sub­jek­ti­ven Tat­be­stands und ersetzt nicht des­sen vol­un­ta­ti­ves Moment.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 1. Juli 2015 – 2 StR 310/​14