Uner­laub­te Ein­fuhr von Betäu­bungs­mit­teln – ohne eigen­hän­di­gen Trans­port

Der Tat­be­stand der uner­laub­ten Ein­fuhr von Betäu­bungs­mit­teln erfor­dert zwar kei­nen eigen­hän­di­gen Trans­port der Betäu­bungs­mit­tel über die Gren­ze, so dass Mit­tä­ter nach § 25 Abs. 2 StGB grund­sätz­lich auch ein Betei­lig­ter sein kann, der das Rausch­gift nicht selbst in das Inland ver­bringt. Es müs­sen aber die Vor­aus­set­zun­gen für ein täter­schaft­li­ches Han­deln nach den Grund­sät­zen des all­ge­mei­nen Straf­rechts vor­lie­gen.

Uner­laub­te Ein­fuhr von Betäu­bungs­mit­teln – ohne eigen­hän­di­gen Trans­port

Hier­zu ist eine wer­ten­de Gesamt­be­trach­tung erfor­der­lich 1.

Von beson­de­rer Bedeu­tung sind dabei der Grad des eige­nen Inter­es­ses am Tat­er­folg, der Ein­fluss bei der Vor­be­rei­tung der Tat und der Tat­pla­nung, der Umfang der Tat­be­tei­li­gung und die Teil­ha­be an der Tat­herr­schaft oder jeden­falls der Wil­le dazu, so dass die Durch­füh­rung und der Aus­gang der Tat maß­geb­lich auch von dem Wil­len des Betref­fen­den abhän­gen. Ent­schei­den­der Bezugs­punkt ist der Ein­fuhr­vor­gang selbst 2.

Das blo­ße Inter­es­se an des­sen Gelin­gen genügt nicht, wenn der Betref­fen­de kei­ne Tat­herr­schaft oder zumin­dest Tat­herr­schafts­wil­len hat 3. Eine Per­son, die den Ein­fuhr­vor­gang zwar ver­an­lasst, aber kei­nen Ein­fluss auf des­sen Durch­füh­rung hat, kann nicht Mit­tä­ter der Ein­fuhr sein 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 27. März 2019 – 1 StR 36/​19

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschlüs­se vom 27.09.2018 – 4 StR 191/​18, NStZ 2019, 96; vom 20.09.2018 – 1 StR 316/​18; vom 31.03.2015 – 3 StR 630/​14, StV 2015, 632; und vom 02.06.2015 – 4 StR 144/​15, BGHR BtMG § 30 Abs. 1 Nr. 4 Ein­fuhr 3[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 08.09.2016 – 1 StR 232/​16 14[]
  3. statt vie­ler: BGH, Beschluss vom 02.06.2016 – 1 StR 161/​16, StV 2017, 285, 286[]
  4. BGH, Beschluss vom 16.02.2012 – 3 StR 470/​11, Stra­Fo 2012, 158[]