Uner­laub­te Ver­an­stal­tung eines Glücks­spiels – und der mani­pu­lier­te Geld­spiel­au­to­mat

Der Tat­be­stand des § 284 StGB ist bereits erfüllt, wenn für das kon­kret auf­ge­stell­te Gerät kei­ne Bau­art­zu­las­sung der Phy­si­ka­lisch-Tech­ni­schen Bun­des­an­stalt (PTB) besteht oder das in Rede ste­hen­de Gerät abwei­chend von die­ser Zulas­sung betrie­ben wird 1.

Uner­laub­te Ver­an­stal­tung eines Glücks­spiels – und der mani­pu­lier­te Geld­spiel­au­to­mat

Es ist daher ohne Bedeu­tung, ob ein nicht in sei­ner Bau­art zuge­las­se­nes Gerät mate­ri­ell den Anfor­de­run­gen der Spie­le­ver­ord­nung ent­spricht oder ob eine Erlaub­nis hät­te erteilt wer­den kön­nen 2.

Aller­dings muss fest­ste­hen, dass es sich bei dem in Rede ste­hen­den Spiel­be­trieb um Glück­spiel im Sin­ne von § 284 Abs. 1 StGB han­del­te. Hier­zu sind Fest­stel­lun­gen zu der Funk­ti­ons­wei­se der mani­pu­lier­ten Auto­ma­ten – ins­be­son­de­re zu Spiel­in­hal­ten, zur Höhe der zu leis­ten­den Ein­sät­ze sowie zu Gewinn- und Ver­lust­mög­lich­kei­ten – zu tref­fen 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. Janu­ar 2018 – 4 StR 305/​17

  1. Erbs/​Kohlhaas/​Ambs, Gewer­be­ord­nung, Stand: Okto­ber 2017, § 33c Rn. 10; LK-StG­B/Krehl, 12. Aufl., § 284 Rn. 22 und Vor­be­mer­kung vor § 284 Rn. 16; NK-StG­B/Ga­ede, 5. Aufl., § 284 Rn. 21; Hahn in Fri­auf, Gewer­be­ord­nung, Stand: Febru­ar 2008, § 33c Rn. 38[]
  2. vgl. Erbs/​Kohlhaas/​Ambs, aaO, § 33c Rn. 10; Ennu­schat in Tettinger/​Wank/​Ennuschat, Gewer­be­ord­nung, 8. Aufl., § 33c Rn. 67; LK-StG­B/Krehl, aaO, Vor­be­mer­kung vor § 284 Rn. 16; aA Marcks in Landmann/​Rohmer, Gewer­be­ord­nung, Stand: März 2017, § 33c Rn. 44[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 08.August 2017 – 1 StR 519/​16, wis­tra 2017, 441, 442 f. mwN[]